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Baden-Württemberg investiert weiter in die Berufsorientierung junger Menschen. Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus verlängert das Programm „ProBeruf“ für die Jahre 2027 und 2028. Das Fördervolumen beträgt rund 1,9 Millionen Euro. Damit sollen praxisnahe Maßnahmen finanziert werden, die Schülerinnen und Schülern den Einstieg in die Berufswelt erleichtern.
Zwanzig Träger erhalten Fördermittel
An dem Programm sind 20 Kammern und Bildungsträger im Land beteiligt. Sie entwickeln und organisieren praxisbezogene Angebote zur Berufsorientierung. Ziel ist es, Jugendliche frühzeitig mit konkreten Berufsfeldern in Kontakt zu bringen. Die Förderung läuft über zwei Jahre.
Die Maßnahmen finden unter anderem in überbetrieblichen Bildungsstätten statt. Dort können Jugendliche Berufe direkt ausprobieren. Handwerk, Industrie und Dienstleistungen stehen dabei gleichermaßen im Fokus.
Fachkräftemangel als Hintergrund
Baden-Württemberg kämpft seit Jahren mit einem erheblichen Fachkräftemangel. Betriebe im Handwerk und in der Industrie suchen händeringend nach Auszubildenden. Viele Jugendliche kennen die Möglichkeiten einer dualen Ausbildung jedoch kaum.
Praxisnahe Berufsorientierung soll diese Lücke schließen. Wer einen Beruf früh kennenlernt, entscheidet sich eher für eine Ausbildung in diesem Bereich. Für Handwerksbetriebe bedeutet das mehr potenzielle Nachwuchskräfte.
Kontinuität statt Einzelprojekte
Das Land setzt auf langfristige Strukturen statt auf kurzfristige Einzelmaßnahmen. Bildungsträger und Kammern können ihre Angebote damit planen und weiterentwickeln.
In einer früheren Förderphase nahmen rund 9.600 Jugendliche an berufsorientierenden Maßnahmen in überbetrieblichen Bildungsstätten teil. Die jetzige Verlängerung knüpft an diese Erfahrungen an.
Kammern als zentrale Partner
Die Kammern kennen den lokalen Ausbildungsmarkt. Sie wissen, welche Branchen Nachwuchs brauchen und welche Berufsbilder bei Jugendlichen wenig bekannt sind. Mit ihrer Beteiligung rückt die Berufsorientierung näher an die betriebliche Realität.
Bildungsträger ergänzen diesen Ansatz. Sie haben pädagogische Kompetenz und Strukturen, um Jugendliche systematisch zu begleiten.
Fazit
Baden-Württemberg verlängert ProBeruf und stellt dafür rund 1,9 Millionen Euro für zwei Jahre bereit. Ob die Maßnahmen den Fachkräftemangel spürbar lindern, wird die Praxis zeigen.
