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Der Konflikt um übertarifliche Leistungen beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen ist vorerst beigelegt. Management und Betriebsrat haben ein neues Entgeltsystem ausgehandelt. Rund 8.000 Beschäftigte am Stammsitz in Friedrichshafen können bis zum 23. Oktober darüber abstimmen.
Monatelanger Streit am Bodensee
Ausgangspunkt des Konflikts war die sogenannte Zeppelin-Zulage, eine übertarifliche Standortzulage, die ZF seinen Beschäftigten in Friedrichshafen seit Jahren zahlt. Das Unternehmen kündigte die Zulage an. Die Belegschaft protestierte, der Betriebsrat stellte sich gegen das Management.
ZF befindet sich seit Längerem in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Der Umbau der Automobilindustrie, sinkende Absatzzahlen bei Verbrennern und harter Wettbewerb belasten den Konzern. Vor diesem Hintergrund versuchte das Unternehmen, Personalkosten zu senken, und nahm dabei die Zulage ins Visier.
Was der Kompromiss vorsieht
ZF plant, die Zeppelin-Zulage ab 2027 durch ein neues Modell namens „Leistung-Plus“ zu ersetzen. Das neue System soll stärker an individuelle Leistung geknüpft sein. Details zu den genauen Konditionen hat das Unternehmen bislang nicht vollständig veröffentlicht.
Teil des Kompromisses ist auch eine Verschiebung der regulären Tariferhöhung. Wann genau sie greifen soll, geht aus den bisherigen Informationen nicht hervor.
Abstimmung bis Ende Oktober
Die Beschäftigten in Friedrichshafen wurden am 17. September über den Kompromissvorschlag informiert. Bis zum 23. Oktober können sie darüber abstimmen. Das Ergebnis entscheidet, ob die Einigung trägt oder neue Verhandlungen nötig werden.
Standort Friedrichshafen
ZF Friedrichshafen ist einer der größten Arbeitgeber in der Region Bodensee. Die Zeppelin-Zulage trägt ihren Namen nicht zufällig: Sie erinnert an die historische Verbindung zur Zeppelin-Stiftung, die noch heute Hauptgesellschafterin von ZF ist.
Ein anhaltender Vergütungsstreit hätte das Betriebsklima weiter belastet. ZF steht auch global unter Druck und baut Stellen ab.
Ob die 8.000 Beschäftigten in Friedrichshafen dem Vorschlag zustimmen, entscheidet sich bis Ende Oktober.
