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Der Bund stoppt die Annahme neuer Anträge für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand. Das trifft Baden-Württemberg härter als jedes andere Bundesland. Allein 2025 flossen über dieses Programm 130 Millionen Euro in den Südwesten. Die Landesregierung reagiert mit scharfer Kritik an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU.
Was das ZIM-Programm leistet
Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand, kurz ZIM, ist ein Förderprogramm des Bundes. Es unterstützt Kooperationen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie Hochschulen. Für den Mittelstand in Baden-Württemberg war dieses Instrument seit Jahren zentral. Nirgendwo sonst in Deutschland wurde das Programm so intensiv genutzt wie hier.
Der Grund liegt in der Wirtschaftsstruktur des Landes. Baden-Württemberg hat viele kleine und mittlere Unternehmen in technologieintensiven Branchen, die eng mit Hochschulen und Forschungsinstituten kooperieren. Das ZIM-Programm war für diese Zusammenarbeit eine wichtige Finanzierungsgrundlage.
Antragsstopp trifft laufende Projekte
Der Stopp gilt für neue Anträge. Bereits laufende Projekte sind zunächst nicht betroffen. Für Unternehmen, die Kooperationsvorhaben geplant hatten, fällt die Fördergrundlage jedoch weg. Das betrifft mittelständische Betriebe, die oft keine alternativen Finanzierungsquellen für Forschungskooperationen haben.
Die Landesregierung in Stuttgart macht ihrem Unmut öffentlich Luft. Der Antragsstopp komme kurzfristig und ohne ausreichende Vorwarnung, was die Planungssicherheit für Unternehmen erheblich erschwere. Ähnliche Kritik war bereits beim KfW-Förderstopp im Wohnungsbau laut geworden. Damals bemängelten Verbände und Politiker, dass die betroffenen Akteure nicht rechtzeitig informiert wurden.
Strukturelles Problem für den Innovationsstandort
Für Baden-Württemberg geht es um mehr als einzelne Förderprojekte. Der Südwesten gilt als einer der führenden Innovationsstandorte in Europa. Hochschulen, Fraunhofer-Institute und forschende Unternehmen bilden ein dichtes Netzwerk. Programme wie ZIM gehören zur Infrastruktur, die dieses Netzwerk trägt.
Ein Förderstopp unterbricht einzelne Projekte und bremst die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Gerade für kleinere Unternehmen ohne eigene Forschungsabteilungen ist die Zusammenarbeit mit Hochschulen oft der einzige Weg, technologisch auf dem Stand zu bleiben.
Kritik richtet sich direkt an Reiche
Die Kritik aus Baden-Württemberg richtet sich konkret an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Ihr Haus hat den Antragsstopp verfügt. Oppositionspolitiker und Wirtschaftsvertreter fordern eine rasche Klärung, wann und unter welchen Bedingungen neue Anträge wieder möglich sein werden. Eine Antwort darauf steht noch aus.
Das Ministerium hat bislang keine konkreten Termine für eine Wiederöffnung des Programms genannt. Mittelständische Unternehmen, die Kooperationsprojekte vorbereiten, müssen ihre Planungen vorerst zurückstellen.
Fazit
Der Stopp des ZIM-Programms trifft Baden-Württemberg besonders hart, weil das Land überdurchschnittlich stark von dieser Förderung abhängt. Die Landesregierung fordert rasches Handeln des Bundeswirtschaftsministeriums. Kurzfristige Förderstopps ohne klare Perspektive untergraben das Vertrauen der Unternehmen in die Verlässlichkeit staatlicher Unterstützung.
