Der Windpark Hahnenberg im Regionalverband Donau-Iller nimmt Gestalt an. Die EnBW Windkraftprojekte GmbH und die Gemeinde Westerheim haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Rund 80 Prozent der benötigten Flächen sind in privater Hand, 20 Prozent gehören der Gemeinde. Beide Seiten bringen ihre Flächen jetzt in ein sogenanntes Poolmodell ein.
Poolmodell bündelt Flächen und vereinfacht die Abstimmung
Das Poolmodell ist das Herzstück der Kooperation. Alle relevanten Flächen werden in einem gemeinsamen Planungsrahmen zusammengefasst. Das ermöglicht eine effizientere Projektentwicklung. Gleichzeitig werden die Pachteinnahmen gerechter auf alle Beteiligten verteilt.
Bislang war die Abstimmung mit verschiedenen privaten Eigentümern und der Gemeinde aufwendig. Mit dem neuen Modell gibt es einen einheitlichen Ansprechpartner auf Gemeindeseite. Das vereinfacht Genehmigungsverfahren und verkürzt Planungszeiten.
Auf den Gemeindeflächen ist zusätzlich eine weitere Windkraftanlage geplant. Das erhöht die mögliche Gesamtleistung des Parks. Konkrete Zahlen zur installierten Leistung hat EnBW bislang nicht veröffentlicht.
Beteiligung der Bevölkerung vorgesehen
Die Gemeinde Westerheim profitiert nicht nur über Pachteinnahmen. Das Projekt sieht auch Perspektiven für eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort vor. Wie diese Beteiligung konkret ausgestaltet wird, ist noch offen.
Falco Engelfried aus dem Bereich Projektentwicklung Windenergie der EnBW sieht in der Einigung klare Vorteile für alle Seiten. Die Entscheidung der Gemeinde schaffe eine Win-Win-Situation für alle Projektbeteiligten und für die Windenergie in Baden-Württemberg.
Windkraftausbau als regionale Aufgabe
Projekte wie Hahnenberg zeigen, wie der Windkraftausbau auf kommunaler Ebene funktionieren kann. Gemeinden bringen Flächen ein und sichern sich damit langfristige Einnahmen. Energieunternehmen wie EnBW übernehmen Planung, Genehmigung und Betrieb.
Baden-Württemberg hinkt beim Ausbau der Windenergie anderen Bundesländern hinterher. Das Land hat das Ziel ausgegeben, zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft auszuweisen. Kooperationsmodelle zwischen Kommunen und Energieversorgern sollen dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen.
Der Regionalverband Donau-Iller umfasst Gebiete in Baden-Württemberg und Bayern. Westerheim liegt im Alb-Donau-Kreis. Die Hochfläche der Schwäbischen Alb gilt als geeignetes Gebiet für Windkraft.
Nächste Schritte im Genehmigungsverfahren
Mit der Einigung zwischen EnBW und der Gemeinde ist das Projekt in eine neue Phase getreten. Die Flächensicherung ist ein zentraler Schritt im Planungsprozess. Nun folgen formelle Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz.
Diese Verfahren dauern in Deutschland erfahrungsgemäß mehrere Jahre. EnBW hat in Baden-Württemberg bereits mehrere Windprojekte in verschiedenen Planungsphasen. Das Unternehmen gilt als einer der größten Windenergieproduzenten in Südwestdeutschland.
Fazit
Der Windpark Hahnenberg zeigt, wie Kommunen aktiv am Energieausbau mitwirken können. Das Poolmodell schafft klare Strukturen und verteilt wirtschaftliche Vorteile breit. Ob das Projekt Schule macht und andere Gemeinden im Land anzieht, wird sich zeigen. Der Druck zum Ausbau erneuerbarer Energien bleibt hoch.
