Land bekräftigt Unterstützung in schwierigen Zeiten
In einer Phase großer wirtschaftlicher Unsicherheiten setzt Baden-Württemberg ein starkes Zeichen für den Weinbau. Bei der Herbstpressekonferenz des Weinbauverbands Württemberg in Bretzfeld-Dimbach betonte Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: „Die aktuelle Situation in der Weinwirtschaft stellt viele Betriebe vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist, dass das Land als verlässlicher Partner an der Seite der Winzerinnen und Winzer steht.“ Bereits im Januar 2025 wurde das Sofortprogramm Weinbau auf den Weg gebracht, das Hilfen von EU, Bund und Land bündelt.
Konsum sinkt – Marktanteile gehen verloren
Ein zentrales Problem ist der Rückgang des Weinkonsums in Deutschland und weltweit. „Nur noch rund 40 Prozent der hierzulande getrunkenen Weine stammen aus Deutschland – das ist dramatisch“, so Hauk. Die Qualität sei hoch, doch steigende Produktionskosten, Konkurrenz aus dem Ausland und bürokratische Auflagen erschweren den Markt. Ziel müsse es sein, den deutschen Wein im eigenen Land wieder stärker sichtbar zu machen – durch weniger Hürden in der Produktion und mehr Schlagkraft im Marketing.
Jahrgang 2025 verspricht Qualität
Trotz der wirtschaftlichen Lage gibt es auch positive Nachrichten. Der Weinjahrgang 2025 ist vielversprechend gestartet. Milde Temperaturen und ausreichende Niederschläge sorgten für gesunde Reben, auch Wetterkapriolen wie eine Hitzewelle im Juni oder Hagel im Juli konnten den Weinbergen wenig anhaben. Die Winzerinnen und Winzer zeigen sich optimistisch: Qualität und Engagement sichern weiterhin das Renommee Baden-Württembergs als Weinland.
Sofortprogramm Weinbau: Konkrete Hilfen für Betriebe
Das Land hat eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, die die Arbeit der Winzerinnen und Winzer erleichtern sollen. Dazu gehört die Erhöhung der Fördersätze für den Handarbeitsweinbau, die Verdoppelung der Zuschüsse für die umweltfreundliche Pheromonbekämpfung sowie die Ausweitung der Mehrgefahrenversicherung, die nun auch Hagelschäden abdeckt. Ab 2026 sollen zudem Weinbausteillagen mit über 30 Prozent Hangneigung sowie Kleinflächen wieder stärker gefördert werden.
Weintourismus als wirtschaftlicher Faktor
Neben der Produktion rückt auch der Weintourismus in den Fokus. Bereits jetzt bieten die Weinregionen Baden-Württembergs zahlreiche Attraktionen für Gäste. Um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, unterstützt das Land drei Tourismusprojekte und baut das Konzept „Weinsüden“ weiter aus. Modellprojekte sollen dafür sorgen, dass Weinbau, Kultur und Tourismus noch enger miteinander verbunden werden.
Wettbewerbsfähigkeit stärken – Kulturlandschaft erhalten
Baden-Württemberg sieht den Weinbau nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern auch als Teil seiner einzigartigen Kulturlandschaft. „Wir müssen den Wein wieder zu einem Renner machen“, forderte Hauk. Das Land will deshalb in Zusammenarbeit mit den Weinbauverbänden ein umfassendes Gesamtkonzept entwickeln. Besonders im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sollen neue Impulse gesetzt werden, um deutsche Weine im In- und Ausland sichtbarer zu machen.
Blick nach vorn
Die Herausforderungen sind groß: sinkender Konsum, steigender Preisdruck, neue Zölle und internationale Konkurrenz. Doch mit gezielten Förderprogrammen, Investitionen in Nachhaltigkeit und Tourismus sowie einer starken Marketingstrategie will Baden-Württemberg den Weinbau in eine stabile Zukunft führen. Minister Hauk fasste zusammen: „Wir alle tragen Verantwortung, dass der Weinbau in unserem Land eine Zukunft hat. Nur gemeinsam können wir diesen Weg erfolgreich gehen.“
