Rund 4.500 Beschäftigte der privaten Energiewirtschaft in Baden-Württemberg haben die Arbeit niedergelegt. Ver.di rief am 9. März 2026 zum ganztägigen Warnstreik auf. Ziel war es, den Druck auf die Arbeitgeberseite in der dritten Verhandlungsrunde zu erhöhen.
Protest vor der EnBW-Zentrale in Karlsruhe
Etwa 3.000 ver.di-Mitglieder demonstrierten vor der Zentrale des Energiekonzerns EnBW in Karlsruhe. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn. Die Beschäftigten verlangen nach eigenen Angaben einen fairen Anteil an den Gewinnen der Branche.
In Stuttgart wurden für einen weiteren Warnstreiktag rund 5.000 Teilnehmer erwartet. Die Aktionen zeigen: Die Mobilisierung in der Branche ist hoch. In der privaten Energiewirtschaft Baden-Württembergs sind rund 6.700 Menschen beschäftigt.
Dritte Verhandlungsrunde ohne Einigung
Die Tarifverhandlungen laufen bereits seit mehreren Wochen. Zwei Verhandlungsrunden brachten kein Ergebnis. Die dritte Runde fand begleitet von den Streikaktionen statt. Ver.di erhöhte damit den Druck auf die Arbeitgeber gezielt vor dem Verhandlungstermin.
Wie weit die Positionen der Tarifparteien auseinanderliegen, ist bislang nicht offiziell bekannt. Die Gewerkschaft macht deutlich, dass sie ein substanzielles Angebot erwartet. Anderenfalls drohen weitere Arbeitskampfmaßnahmen.
Kein Streik im ÖPNV in Baden-Württemberg
Parallel zu den Tarifkonflikten in der Energiewirtschaft gab es bundesweit Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr. Im Südwesten blieben die Busse und Bahnen dabei jedoch im Einsatz. Der ver.di-Bezirk Baden-Württemberg entschied sich, die dortigen Verhandlungen zunächst abzuwarten.
Die Gewerkschaft signalisierte, auf weitere Streiks im ÖPNV des Landes vorerst zu verzichten. Die Gespräche liefen laut ver.di noch. Das entlastete zumindest kurzfristig den Nahverkehr im Land.
Fazit
Der Tarifkonflikt in der privaten Energiewirtschaft Baden-Württembergs hat mit dem ganztägigen Warnstreik eine neue Stufe erreicht. Die Beteiligung von 4.500 Beschäftigten zeigt die Entschlossenheit der Gewerkschaft. Ob die dritte Verhandlungsrunde eine Annäherung brachte, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Bis dahin bleibt der Ausgang des Tarifstreits offen.
