Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Deutschlands Volksbanken wagen den Schritt in die Kryptowelt. Fast drei Viertel aller genossenschaftlichen Institute beschäftigen sich mit der Einführung von Kryptohandel-Angeboten. Das zeigt eine Umfrage des Genoverbandes unter seinen Mitgliedern.
Wenige Vorreiter, viele Nachfolger
Bislang ist der Anteil der aktiven Anbieter überschaubar. Sechs Prozent der Volksbanken sind bereits am Markt. Weitere 26 Prozent wollen spätestens in fünf Jahren folgen. Im Verbandsgebiet des Genoverbandes, das alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg umfasst, rechnen 59 Prozent der Institute damit, den Kryptohandel innerhalb von zwei Jahren anzubieten.
Zu den Pionieren gehören die Volksbanken Kurpfalz, Mittelhessen und Mittweida sowie die Kreissparkasse Ostalb.
Zielgruppe: Der eigenständige Anleger
Das Angebot richtet sich an sogenannte Selbstentscheider, also Anleger, die ihre Investitionsentscheidungen ohne Beratung treffen. Die Volksbanken stellen dabei lediglich die Handelsplattform zur Verfügung. Eine aktive Beratung zu Kryptoanlagen ist nicht vorgesehen.
Im Mittelpunkt stehen Produkte wie Bitcoin und Ether. Der Zugang soll direkt über die Banking-App der jeweiligen Bank möglich sein. Die DZ Bank als Zentralinstitut der Volksbanken koordiniert die technische Umsetzung für ihre Mitglieder.
Druck durch Neobroker und Kryptobörsen
Plattformen wie Bitpanda, Coinbase oder Trade Republic haben den Kryptohandel für Privatanleger bereits etabliert und sprechen vor allem jüngere Kunden an. Für Volksbanken ist das eine direkte Herausforderung.
Kryptoanlagen gehören für viele Anleger unter 40 Jahren zum Anlagespektrum. Ohne entsprechendes Angebot droht die Abwanderung dieser Kundengruppe zu spezialisierten Anbietern.
Baden-Württemberg: Eigene Strukturen, eigenes Tempo
Baden-Württemberg liegt außerhalb des Genoverbands-Gebiets. Dort sind die Volksbanken im Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband organisiert, der eigene Entscheidungswege hat.
Konkrete Zahlen zu Baden-Württemberg liegen aus der aktuellen Umfrage nicht vor. Die Volksbank Kurpfalz mit Sitz in Heidelberg zeigt jedoch, dass auch südwestdeutsche Institute das Thema aktiv angehen.
Regulatorischer Rahmen schafft Sicherheit
Ein wichtiger Faktor ist die europäische Kryptoregulierung MiCA, die seit 2024 gilt und verbindliche Regeln für den Handel mit digitalen Vermögenswerten in der EU setzt. Regulierte Banken können Kryptodienstleistungen unter ihrer bestehenden Banklizenz anbieten, was den Zulassungsaufwand erheblich reduziert. Reine Kryptobörsen können diesen regulatorischen Rahmen ihren Kunden nicht bieten.
Fazit
Die Umfrage zeigt eine klare Richtung: Die Mehrheit der Institute plant konkrete Schritte in den Kryptohandel. Für Anleger in Baden-Württemberg könnte das bedeuten, Bitcoin und Ether künftig direkt bei ihrer Hausbank handeln zu können. Der Wettbewerb mit spezialisierten Plattformen setzt die Genossenschaftsbanken unter Zugzwang.
