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Der Ellwanger Batteriehersteller Varta steht vor dem Ende als Gesamtkonzern. Die Gläubiger haben offenbar beschlossen, das Unternehmen zu zerschlagen. Eine Rettungslösung für den gesamten Betrieb ist gescheitert. Das berichten übereinstimmend die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Wirtschaftswoche.
Lukratives Haushaltsbatteriegeschäft soll herausgelöst werden
Der Plan der Gläubiger sieht vor, den profitablen Geschäftsbereich mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauszulösen. Dieser Bereich gilt als besonders renditestark und soll offenbar getrennt verkauft oder weitergeführt werden.
Für die verbleibenden Unternehmensteile ist die Lage weitaus düsterer. Die Finanzierungslücke bei Varta ist auf über 110 Millionen Euro angewachsen. Neue Investoren konnten nicht gefunden werden, womit die Grundlage für eine Gesamtlösung fehlt.
Das Werk im bayerischen Nördlingen trifft es besonders hart. Rund 350 Beschäftigte arbeiten dort. Das Werk soll im Oktober geschlossen werden, die Batterienproduktion soll künftig nach China verlagert werden.
1.800 Jobs in der Region Ellwangen bedroht
In und um Ellwangen hängen rund 1.800 Arbeitsplätze an Varta. Seit Wochen herrscht Ungewissheit über die eigene Zukunft. Gewerkschaft und Betriebsräte sprechen von einer Katastrophe für die Region.
Varta ist einer der größten Arbeitgeber im Ostalbkreis. Ein Wegfall dieser Stellen würde die lokale Wirtschaft empfindlich treffen.
Das Land Baden-Württemberg hat sich zur Lage geäußert und will sich für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze einsetzen. Konkrete Maßnahmen nannte das Land bisher nicht.
Traditionsunternehmen mit 139-jähriger Geschichte
Varta gehört zu den bekanntesten Industriemarken Deutschlands. Bereits 1912 beschäftigte der Varta-Vorgänger rund 4.000 Menschen. Die Batterien des Unternehmens steckten seit Generationen in Fernbedienungen, Taschenlampen und Spielzeug.
Seit Jahren steckt Varta jedoch in der Krise. Der Konzern kämpfte zuletzt mit hohen Schulden, schwacher Nachfrage und starkem Wettbewerb aus Asien. Mehrere Sanierungsversuche blieben ohne dauerhaften Erfolg.
Frist bis Ende Juli läuft ab
Bis Ende Juli muss eine verbindliche Lösung gefunden sein. Sonst könnte der geordnete Zerschlagungsprozess in eine unkontrollierte Insolvenz übergehen, was die Lage der Beschäftigten weiter verschlechtern würde.
Ob und wie viele Arbeitsplätze am Stammsitz Ellwangen erhalten bleiben, ist derzeit offen.
