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Varta steckt tief in der Krise. Der Batteriehersteller aus Ellwangen hat beim Amtsgericht Stuttgart die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Fast alle Teile des Konzerns sind betroffen. Rund 2300 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.
Vier Gesellschaften in der Insolvenz
Vier Konzerngesellschaften haben den Insolvenzantrag gestellt. Die Produktion läuft derzeit weiter. Löhne und Gehälter werden nach Unternehmensangaben weiterhin bezahlt. Eine unmittelbare Zahlungsunfähigkeit besteht demnach nicht.
Das Verfahren soll möglichst schnell vorangebracht werden. Ziel ist eine langfristig tragfähige Lösung für die Varta-Gruppe, wie der Insolvenzverwalter erklärt. Ostalb-Landrat Joachim Bläse hat sich bereits an den Insolvenzverwalter gewandt und fordert eine Lösung, die möglichst viele Arbeitsplätze sichert.
Haushaltsbatterien sollen herausgelöst werden
Die Sparte Varta Consumer Batteries gehört nicht zu den insolventen Gesellschaften. Sie ist profitabel. Die Hauptgläubiger wollen diesen Bereich aus dem Konzern herauslösen. Zur Gläubigergruppe gehören Blantyre Capital, Deutsche Bank, RBC BlueBay und Whitebox.
Ein Sprecher der Gruppe betont, man setze sich für den Geschäftsbereich Haushaltsbatterien ein. Die Diskussion über die Zukunft des Gesamtkonzerns laufe konstruktiv. Für die Mitarbeiter von Varta Consumer Batteries habe sich nichts geändert, der Betrieb laufe wie gewohnt weiter.
Mehrere Interessenten, aber offene Fragen
Es gibt mehrere potenzielle Investoren, die Interesse an Teilen des Unternehmens signalisiert haben. Welche das sind und zu welchen Konditionen, ist nicht bekannt. Eine Zerschlagung des Konzerns ist weiterhin möglich.
Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat sich in den Fall eingeschaltet. Details dazu sind nicht öffentlich bekannt. Der politische Druck, den Standort Ellwangen zu erhalten, ist spürbar.
Traditionsmarke unter Druck
Varta hat eine lange Geschichte und galt einst als Vorzeigebetrieb der deutschen Batteriebranche. Zuletzt geriet der Konzern durch hohe Schulden und schwierige Marktbedingungen unter Druck.
Für Besitzer von Varta-Batteriespeichern stellen sich praktische Fragen. Das Unternehmen hatte auf seine Heimspeicher eine zehnjährige Garantie gewährt. Ob und wie diese im Insolvenzfall noch gilt, ist ungeklärt.
Schnelle Entscheidungen gefordert
Gelingt es, einen oder mehrere Investoren zu gewinnen, könnten zumindest Teile des Unternehmens gerettet werden. Scheitert das, droht die Zerschlagung. Für die 2300 Beschäftigten bedeutet das eine Phase der Unsicherheit. Der Druck auf Gläubiger, Insolvenzverwalter und Politik, rasch zu handeln, ist hoch.
