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Rhein, Donau, Neckar: Die Flüsse in Baden-Württemberg führen gefährlich wenig Wasser. Seit Februar 2025 liegt die Niederschlagsmenge weit unter dem Durchschnitt. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) verzeichnet an zahlreichen Messstellen kritische Pegelstände. Die Folgen treffen Wirtschaft, Logistik und Natur.
Zu wenig Regen seit Monaten
Die Zahlen sind eindeutig. In den vergangenen Monaten fiel in Baden-Württemberg nur rund 60 Prozent des langjährigen Niederschlagsmittels. Die anhaltende Trockenheit belastet die Gewässer erheblich. Hinzu kommt die Hitze: Hohe Temperaturen lassen die Wasserstände weiter sinken und heizen die Flüsse auf.
Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff. Das schadet Fischen und anderen Wasserlebewesen. Besonders betroffen sind breite und begradigte Flussabschnitte, die sich schneller erwärmen als naturnahe Gewässer.
Schifffahrt steht vor dem Stillstand
Niedrige Pegelstände bremsen den Güterverkehr auf dem Wasser. Auf dem Rhein und anderen wichtigen Wasserstraßen können Frachtschiffe bei Niedrigwasser nur noch reduziert beladen fahren. In manchen Abschnitten droht der Betrieb ganz eingestellt zu werden.
Das trifft die Wirtschaft empfindlich. Viele Industrieunternehmen in Baden-Württemberg nutzen den Wasserweg für den Transport schwerer Güter. Stahl, Chemikalien, Mineralöl lassen sich auf der Straße nur teurer und aufwendiger transportieren. Höhere Frachtkosten belasten die Betriebe direkt.
Ökonomen warnen: Sinken die Wasserstände weiter, steigt das Rezessionsrisiko. Lieferketten geraten unter Druck, Produktionsausfälle drohen.
Energieversorgung unter Stress
Niedrigwasser trifft auch die Energiewirtschaft. Kraftwerke benötigen Flusswasser zur Kühlung. Steigt die Wassertemperatur über bestimmte Grenzwerte, müssen Betreiber die Leistung drosseln oder den Betrieb zeitweise stoppen. Das gilt für konventionelle Kraftwerke ebenso wie für bestimmte Industrieanlagen.
Gleichzeitig sinkt die Leistung von Laufwasserkraftwerken. Weniger Wasser bedeutet weniger Strom. In Phasen hoher Nachfrage ist das ein Problem für die Versorgungssicherheit.
Ministerin Walker fordert effizienteren Wasserumgang
Die Landesregierung reagiert auf die Lage. Umweltministerin Thekla Walker hat einen effizienteren Umgang mit Wasser gefordert. Angesichts der aktuellen Niedrigstände in Flüssen und Seen brauche es ein Umdenken, so Walker. Der Südwesten müsse Wasser als knappe Ressource ernst nehmen.
Konkrete Maßnahmen sollen den Wasserverbrauch in Landwirtschaft, Industrie und Haushalten senken. Auch die Speicherung von Regenwasser und die Wiederherstellung natürlicher Retentionsflächen stehen auf der Agenda.
Bodensee und Seen ebenfalls betroffen
Die Trockenheit macht auch vor dem Bodensee nicht halt. Der Wasserstand liegt unter dem langjährigen Mittel. Ohne ausreichend Sauerstoff und funktionierenden Nährstoffkreislauf kann das ökologische Gleichgewicht einzelner Seen kippen.
Der Bodensee ist für die Trinkwasserversorgung von rund vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg unverzichtbar. Ein anhaltend niedriger Wasserstand verschärft den Druck auf dieses System.
Wasser als Standortfaktor
Baden-Württemberg als Industriestandort ist auf funktionierende Wasserstraßen, ausreichend Kühlwasser und sichere Trinkwasserversorgung angewiesen. Die anhaltende Trockenheit zeigt, wie verwundbar diese Infrastruktur ist. Politik und Wirtschaft müssen handeln, bevor aus einer Dürreperiode ein dauerhaftes Strukturproblem wird.
