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Anschläge auf Umspannwerke, Extremwetter, Cyberattacken: Das Stromnetz in Baden-Württemberg steht unter erheblichem Druck. Die Landesregierung hat darauf reagiert und plant im Herbst 2026 den Start einer Task Force Netzausbau. Das Gremium soll Netzbetreiber, Verbände und Kommunen an einen Tisch bringen.
Task Force soll kurzfristig wirken
Das zuständige Ministerium hat klare Erwartungen an das Gremium. Die Task Force soll sowohl kurzfristig als auch mittelfristig wirksame Maßnahmen entwickeln. Schon innerhalb der nächsten Monate soll die verfügbare elektrische Maximalleistung in besonders betroffenen Gebieten erhöht werden.
Damit reagiert die Landesregierung auf eine Serie von Sabotageakten. Unbekannte hatten zuletzt mehrfach Energieanlagen in verschiedenen Bundesländern angegriffen. Die Ermittlungsbehörden fahndeten nach einem 48-jährigen Tatverdächtigen aus Gevelsberg. Bei seiner Festnahme stellte die Polizei weitere Sprengmittel sicher.
Netze BW investiert in Milliardenhöhe
Die Netze BW ist der größte Verteilnetzbetreiber in Baden-Württemberg und eine Tochtergesellschaft des Energiekonzerns EnBW. Beide Unternehmen arbeiten nach eigenen Angaben intensiv daran, die Strominfrastruktur im Land widerstandsfähiger zu machen. Geplant sind Investitionen in Milliardenhöhe.
Neben physischen Sabotageakten gelten hybride Kriegsführung und Cyberangriffe als ernsthafte Bedrohungen für kritische Infrastruktur. Hinzu kommen häufigere Extremwetterereignisse, die Leitungen und Anlagen belasten.
Ruf nach schnellem Handeln wird lauter
Der Handlungsdruck kommt aus der Wirtschaft ebenso wie aus der Politik. RWE-Chef Markus Krebber forderte nach der Angriffsserie einen deutlich besseren Schutz kritischer Infrastruktur in ganz Deutschland. Die Branche verlangt schnelle Entscheidungen auf allen Ebenen.
Baden-Württemberg ist mit seiner Reaktion nicht allein. Das Land hat eine dichte Industrie- und Unternehmensstruktur, die auf eine stabile Stromversorgung angewiesen ist. Ausfälle treffen Mittelständler und Großkonzerne gleichermaßen hart.
Netzausbau als Dauerprojekt
Der Netzausbau ist keine kurzfristige Aufgabe. Fachleute sehen einen strukturellen Modernisierungsbedarf, der sich über viele Jahre erstreckt. Die Energiewende verschärft die Lage: Mehr dezentrale Erzeugung durch Solar- und Windkraft stellt neue Anforderungen an die Verteilnetze.
Die Task Force soll deshalb nicht nur auf aktuelle Bedrohungen reagieren, sondern auch einen Fahrplan für den mittelfristigen Ausbau erarbeiten. Netzbetreiber, Kommunen und Verbände werden dabei eingebunden.
Fazit
Baden-Württemberg zieht aus den Sabotageangriffen konkrete Konsequenzen. Die geplante Task Force und die Milliarden-Investitionen der Netze BW sollen die Versorgungssicherheit stärken. Ob die Maßnahmen schnell genug greifen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Für die Wirtschaft im Land steht dabei viel auf dem Spiel.
