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Die Süßwarenindustrie in Baden-Württemberg hat einen neuen Tarifvertrag. Bei den Verhandlungen am 27. August 2026 einigten sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Arbeitgeber bereits in der ersten Runde. Der Vertrag gilt für zwei Jahre: vom 1. August 2026 bis zum 31. Juli 2028.
Stufenweise Erhöhung der Entgelte
Die Löhne und Gehälter steigen in mehreren Stufen. Insgesamt beläuft sich das Plus auf rund 6 Prozent. Die genaue Staffelung der Erhöhungsschritte orientiert sich am Pilotabschluss, den die Tarifparteien kurz zuvor in Bayern vereinbart hatten. Bayern setzt den Rahmen, andere Tarifgebiete ziehen nach.
Die NGG war mit einer Forderung von 5,8 Prozent mehr Lohn in die Verhandlungen gegangen. Als Mindestbetrag hatte die Gewerkschaft 225 Euro pro Monat verlangt.
Arbeitgeber sprechen von erheblicher Belastung
Der Branchenverband BDSI bewertet den Abschluss kritisch. Die Mehrkosten seien eine erhebliche Belastung. Betroffen sind vor allem mittelständische Betriebe, die den Großteil der Süßwarenindustrie in Baden-Württemberg ausmachen. Die Unternehmen müssen die steigenden Personalkosten in einem schwierigen Marktumfeld schultern.
Die Branche steht unter Druck: Rohstoffpreise, Energie und Verpackungskosten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Höhere Löhne kommen für viele Betriebe zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Schnelle Einigung
Trotz der unterschiedlichen Interessenlagen verliefen die Verhandlungen zügig. Eine Einigung in der ersten Runde spart beiden Seiten Zeit und Aufwand, vermeidet Warnstreiks und gibt Beschäftigten sowie Unternehmen frühzeitig Planungssicherheit.
Die Laufzeit von 24 Monaten schafft Stabilität bis Sommer 2028. Für die Beschäftigten bedeutet das konkret: stufenweise mehr Geld über zwei Jahre.
Fazit
Der neue Tarifvertrag ist ein pragmatischer Kompromiss. Die Beschäftigten erhalten spürbar mehr Lohn, die Arbeitgeber haben im Gegenzug zwei Jahre Tariffrieden. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe bleibt angespannt.
