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Das größte Infrastrukturprojekt der deutschen Energiewende gerät ins Stocken. Bei Bad Friedrichshall im Landkreis Heilbronn ruht der Bau der Hochspannungstrasse SuedLink. Im Untergrund wurden geologische Risiken festgestellt, die den ursprünglichen Plan zunichte machen.
Wasser im Untergrund stoppt den Bau
Die Erdkabeltrasse SuedLink sollte im Bereich Heilbronn durch ein bestehendes Salzbergwerk geführt werden, um oberirdische Eingriffe in die Landschaft zu minimieren. Doch die Realität unter der Erde sieht anders aus.
Im unterirdischen Bereich wurde möglicherweise Wasser festgestellt. Das macht den geplanten Schachtbau zu riskant. Betreiber TransnetBW hat den Bauabschnitt daraufhin vorübergehend gestoppt und arbeitet nun an einer Alternative.
Neue Route: Teils oberirdisch, teils gebohrt
Der bisherige Schachtbau wird aufgegeben. Stattdessen soll die Trasse auf einem neuen Weg verlaufen. Zunächst ist eine rund drei Kilometer lange oberirdische Erdkabel-Strecke geplant. Diese führt zum Betriebsgelände der Südwestdeutschen Salzwerke, dem Betreiber der Bergwerke in der Region.
Von dort aus soll eine 700 Meter lange unterirdische Horizontalbohrung in eines der aktiven Bergwerke führen. Dieses Verfahren gilt als technisch beherrschbar und sicherer als der ursprünglich geplante Schachtbau.
Schlüsselprojekt der Energiewende unter Druck
SuedLink soll Windstrom aus dem Norden Deutschlands in den Süden transportieren und verbindet Schleswig-Holstein mit Bayern und Baden-Württemberg. Die Gesamtlänge beträgt rund 700 Kilometer.
Der Abschnitt bei Bad Friedrichshall liegt am südlichen Ende der Trasse. In Baden-Württemberg verlaufen große Teile der Leitung unterirdisch, um Konflikte mit Anwohnern und im Naturschutz zu reduzieren. Der Untergrund hält dabei nicht immer, was Planungen versprechen.
Zeitplan offen
Ab 2028 soll durch SuedLink Strom fließen. Ob der Baustopp diesen Termin gefährdet, ist derzeit offen. Wie lange die Umplanung dauert und welche Mehrkosten entstehen, hat TransnetBW bislang nicht mitgeteilt.
In anderen Abschnitten entlang der Trasse laufen die Arbeiten weiter. Der Baustopp betrifft nach aktuellem Stand nur den Bereich bei Bad Friedrichshall.
Geologische Überraschungen bei Großprojekten
Der Fall SuedLink zeigt, wie komplex Großprojekte in der Praxis sind. Selbst sorgfältig geplante Lösungen können durch geologische Überraschungen scheitern. Wie schnell TransnetBW eine belastbare Alternative vorlegen kann, bleibt abzuwarten. SuedLink gilt als wichtig für die Stabilität des deutschen Stromnetzes.
