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Ein iranisches Gericht hat Serkan Eren zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Gründer der Stuttgarter Hilfsorganisation STELP war in den Iran gereist, um Menschen vor Ort zu unterstützen. Er kehrte nicht zurück. Seitdem sitzt er im Gefängnis.
Stuttgarter Gründer hinter Gittern
Serkan Eren baute STELP in Stuttgart auf. Die Organisation hat ihren Sitz in der Johannesstraße 35 im Stadtteil West. STELP hilft weltweit Menschen in Notsituationen. Eren war bekannt dafür, seine Einsätze ohne großes Sicherheitsprotokoll durchzuführen. Er reiste oft nur mit Rucksack in Krisengebiete.
Im Iran wollte er Spendengelder aus der Region direkt vor Ort einsetzen. Dort wurde er festgenommen. Laut Angaben der Organisation liegt nun ein Urteil vor: zehn Jahre Haft.
Politischer Druck aus Baden-Württemberg
Der Fall zieht breite politische Aufmerksamkeit auf sich. Ministerpräsident Cem Özdemir hat öffentlich die Freilassung Erens gefordert. Auch Prominente aus Stuttgart zeigen Solidarität mit dem Gründer.
STELP hat sich über Jahre als feste Größe in der Stuttgarter Zivilgesellschaft etabliert. Der Fall belastet die Organisation und ihre Arbeit erheblich.
Gefährliche Einsätze als Geschäftsmodell
Erens Ansatz war von Beginn an unkonventionell. Er reiste in Konfliktgebiete, wo andere Organisationen nicht hingehen. Sicherheitsvorkehrungen spielten für ihn eine untergeordnete Rolle. Dieses Vorgehen verschaffte STELP Bekanntheit, barg aber auch erhebliche persönliche Risiken.
Der Iran gilt als eines der risikoreichsten Länder für ausländische Aktivisten und Hilfsarbeiter. Festnahmen von Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit oder westlichen Verbindungen sind dort keine Seltenheit.
Ungewisse Lage für STELP
Wie es mit der Organisation ohne ihren Gründer weitergeht, ist offen. STELP ist eng mit der Person Serkan Eren verbunden. Ob und wie eine Freilassung erwirkt werden kann, hängt von diplomatischen Kanälen ab.
Die Bundesregierung und das Land Baden-Württemberg stehen unter Druck, sich für Eren einzusetzen. Konkrete diplomatische Schritte sind bislang nicht öffentlich bekannt.
Hintergrund
Der Fall zeigt die Risiken humanitärer Arbeit in autoritären Staaten. Die Forderungen nach Erens Freilassung werden lauter. Ob sie Wirkung zeigen, ist offen.
