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Deutschlands neue E-Auto-Kaufprämie gilt seit Mitte Mai 2026. Wer seit Januar 2026 ein Elektroauto neu zugelassen hat, kann rückwirkend einen staatlichen Zuschuss beantragen. Das Programm hat jedoch eine Lücke: Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Luxusfahrzeuge mit Preisen von mehr als 100.000 Euro förderfähig. Davon profitieren unter anderem Hersteller aus Stuttgart und Zuffenhausen.
Wie das Programm funktioniert
Die Bundesregierung fördert Kauf und Leasing von Elektroautos sowie bestimmter Plug-in-Hybride. Voraussetzung ist eine Neuzulassung ab dem 1. Januar 2026. Die Förderung ist an Einkommensgrenzen geknüpft. Diese Einkommensgrenzen entscheiden darüber, wer einen Zuschuss erhält. Über den Fahrzeugpreis sagen sie nichts aus.
Genau darin liegt der Kern der Debatte. Das Programm setzt keine Preisobergrenze für die geförderten Fahrzeuge. Wer die Einkommensvoraussetzungen erfüllt, kann auch für ein Fahrzeug im sechsstelligen Preissegment einen Zuschuss beantragen.
Porsche und Mercedes im Förderprogramm
Vereinzelt tauchen der Porsche Taycan und die Mercedes-Benz G-Klasse in elektrischer Ausführung unter den geförderten Modellen auf. Beide Fahrzeuge liegen preislich weit über dem Niveau eines typischen Mittelklassewagens. Porsche hat seinen Sitz in Zuffenhausen, Mercedes-Benz in Stuttgart.
Für Porsche kommt die Förderung zu einem schwierigen Zeitpunkt. Der Taycan kämpft mit drastisch gesunkenen Verkaufszahlen. Das Unternehmen hatte angekündigt, bis 2030 rund 80 Prozent seiner Verkäufe mit rein elektrischen Modellen zu erzielen. Dieses Ziel verfehlt Porsche deutlich. Staatliche Kaufanreize könnten den Absatz stützen.
Kritik an den Förderbedingungen
Die Verbraucherzentralen sprechen sich dafür aus, Kaufanreize auf günstigere Fahrzeuge zu konzentrieren. Ihr Argument: Staatliche Mittel sollten breiten Bevölkerungsschichten den Umstieg auf Elektromobilität ermöglichen, nicht den Kauf von Luxusmodellen subventionieren.
Ein weiterer Kritikpunkt: Ein Teil der Fördergelder fließt in Fahrzeuge, die in China produziert wurden. Das betrifft chinesische Marken, aber auch Modelle europäischer Hersteller, die Teile ihrer Produktion nach Asien verlagert haben.
Steuerausfälle als Hintergrund
Der Staat hat ein eigenes Interesse an der Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Gleichzeitig entstehen dadurch Einnahmeausfälle. Benzin und Diesel werden hoch besteuert. Mit jedem Elektroauto, das einen Verbrenner ersetzt, fehlen dem Fiskus diese Einnahmen. Die Kaufprämie kostet Geld. Der Rückgang der Kraftstoffsteuereinnahmen ebenfalls.
Fazit
Das neue Förderprogramm der Bundesregierung soll den E-Auto-Markt ankurbeln, und das Interesse ist groß. Die fehlende Preisobergrenze öffnet das Programm jedoch für Luxusfahrzeuge. Für Hersteller wie Porsche und Mercedes-Benz ist das ein willkommener Effekt. Ob er politisch gewollt war, ist eine andere Frage. Eine Reform der Förderbedingungen steht offen auf der Agenda.
