Im Markgräflerland verliert eine weitere Gemeinde ihren Industriearbeitgeber. Die Envea Process GmbH schließt ihr Werk in Schliengen. Knapp 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren damit ihren Job. Die Kündigungen wurden bereits zugestellt.
Werk in Schliengen wird aufgegeben
Das Unternehmen ist in der Gutedelstraße 31 in Schliengen ansässig. Envea Process gehört zur internationalen Envea-Gruppe, einem weltweiten Hersteller von Umweltüberwachungslösungen. Die Produktpalette umfasst Messsysteme für Luftqualität, Emissionen und Industrieprozesse.
Der Standort Schliengen beschäftigte nach verfügbaren Angaben zwischen elf und fünfzig Mitarbeitende. Mit der Schließung endet der Betrieb an diesem Standort vollständig. Die Belegschaft wurde über die Schließung informiert, die Kündigungen liegen bereits vor.
Zum Zeitpunkt der Schließung und zu den genauen Hintergründen hat sich das Unternehmen bislang nicht öffentlich geäußert. Angaben zur künftigen Struktur der deutschen Envea-Aktivitäten fehlen ebenfalls.
Schließung reiht sich in einen bundesweiten Trend ein
Die Schließung in Schliengen ist kein Einzelfall. Die deutsche Industrie befand sich 2025 in einem anhaltenden Abschwung. Mehr als 120.000 Industriestellen wurden im Verlauf des Jahres 2025 gestrichen, bei Großkonzernen ebenso wie an kleineren Standorten.
Baden-Württemberg spürt den Druck besonders stark. Die Wirtschaftslage im Südwesten gilt als angespannt. Vor allem die Automobilindustrie kämpft mit Strukturproblemen, aber auch Zulieferer und Industriebetriebe anderer Branchen bauen Personal ab.
Für kleinere Gemeinden wie Schliengen wiegt der Verlust eines Arbeitgebers besonders schwer. Knapp 50 Stellen mögen für einen Großkonzern eine Randnotiz sein, für eine Gemeinde im ländlichen Markgräflerland bedeuten sie spürbare wirtschaftliche Konsequenzen.
Envea: Internationaler Konzern mit lokalem Standort
Die Envea-Gruppe ist nach eigenen Angaben weltweit im Bereich Umweltmonitoring tätig. Das Produktportfolio reicht von Feinstaubmessgeräten bis zu komplexen Emissionsüberwachungssystemen. Zuletzt brachte Envea ein neues optisches Aerosolspektrometer zur Echtzeitmessung von Feinstaub auf den Markt.
Die deutsche Tochtergesellschaft Envea Process GmbH ist im Handelsregister unter der Nummer HRB 300479 eingetragen. Als Geschäftsführer war zuletzt Ernst Norbert Johann Reich aus Badenweiler eingetragen. Seine Abberufung wurde inzwischen im Handelsregister vermerkt.
Diese personellen Veränderungen an der Spitze der deutschen Gesellschaft deuten darauf hin, dass die Umstrukturierung schon länger vorbereitet wurde. Die Schließung des Werks folgt offenbar einer strategischen Entscheidung der Muttergesellschaft.
Betroffene Mitarbeiter stehen vor der Jobsuche
Für die Beschäftigten in Schliengen beginnt nun die Suche nach neuen Stellen. Der regionale Arbeitsmarkt im Markgräflerland ist begrenzt. Größere Industriezentren wie Freiburg oder Müllheim liegen in der Nähe, bieten aber nicht unbegrenzt Kapazitäten.
Ob ein Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgehandelt wurde, ist bislang nicht bekannt.
Fazit
Die Werksschließung von Envea in Schliengen steht für den Druck, unter dem Industriestandorte in Baden-Württemberg stehen. Knapp 50 Menschen verlieren ihre Arbeit, Schliengen verliert einen Gewerbebetrieb. Die übergeordnete Envea-Gruppe setzt unterdessen auf ihr internationales Geschäft. Für die betroffenen Beschäftigten bleibt die konkrete Frage: Wo gibt es in der Region eine neue Stelle?
