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Sartorius setzt auf Freiburg. Der Göttinger Life-Science-Konzern hat am Standort im Breisgau mehr als 140 Millionen Euro investiert. Vorstandschef Michael Grosse bewertet die Entwicklung seit Inbetriebnahme des neuen Gebäudes als positiv. Das Projekt läuft nach Plan.
Modernes Werk im Breisgau
In Freiburg hat Sartorius ein neues Gebäude für Fertigung, Technik und Administration errichtet. Der Bau ist CO2-neutral ausgelegt. Das ist für den Konzern kein Selbstzweck: Sartorius verfolgt klare Nachhaltigkeitsziele auf Unternehmensebene.
Der Standort Freiburg ist auf die Entwicklung und Produktion von Materialien für die Bioprozesstechnologie ausgerichtet. Von hier aus beliefert Sartorius Pharmaunternehmen und Biotechfirmen weltweit. Die Nachfrage nach solchen Produkten ist strukturell hoch, da Biopharmazeutika und Zelltherapien spezialisierte Materialien und Verbrauchsgüter benötigen.
Vorstandschef Grosse hat den Ausbau persönlich begleitet. Seine Einschätzung fällt klar aus: Der Standort entwickelt sich erwartungsgemäß.
Zelltherapie als strategischer Schwerpunkt
Sartorius hat in Freiburg auch ein Kompetenzzentrum für Zelltherapie aufgebaut. Dieser Bereich gilt als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte in der Biomedizin. Zelltherapien werden zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen eingesetzt.
Für die Produktion solcher Therapien brauchen Hersteller spezialisierte Medien und Reagenzien. Genau das liefert Sartorius. Der Konzern hat seine Kompetenz in diesem Segment ausgebaut, unter anderem durch die Übernahme des Freiburger Unternehmens Cellgenix.
Übernahme von Cellgenix stärkt Freiburger Expertise
Sartorius übernahm über seinen Teilkonzern Stedim Biotech zunächst rund 51 Prozent der Anteile an Cellgenix. Der Kaufpreis betrug rund 100 Millionen Euro in bar. Die verbleibenden Anteile sollten schrittweise zu Beginn der Jahre 2023 und 2026 erworben werden.
Cellgenix stellt Zellkulturmedien und Reagenzien für die Herstellung von Zell- und Gentherapien her. Das Unternehmen ist in Freiburg verwurzelt. Die Übernahme fügt sich damit in den Ausbau des Freiburger Standorts ein, an dem Sartorius Wissen und Produktion rund um moderne Therapieformen bündelt.
Freiburg als Medizintechnik-Cluster
Sartorius ist nicht der einzige Konzern, der auf Freiburg setzt. Auch das US-Unternehmen Intuitive hat in der Stadt einen neuen Standort eröffnet. Das Unternehmen ist bekannt für seine Operationsroboter. Der neue Standort soll die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Freiburg fördern.
Freiburg entwickelt sich damit zu einem Knotenpunkt für Medizintechnik und Biowissenschaften in Baden-Württemberg. Die Universität und das Uniklinikum liefern Forschungspartner und Fachkräfte, was den Standort für Unternehmen attraktiv macht.
Für Baden-Württemberg als Industrieland ist diese Entwicklung relevant. Die klassischen Stärken des Landes liegen im Maschinen- und Fahrzeugbau. Der Aufbau eines Biotech- und Medizintechnik-Clusters im Süden des Landes verbreitert die Wirtschaftsbasis.
Fazit
Sartorius hat in Freiburg eine klare strategische Wette abgeschlossen. Mehr als 140 Millionen Euro in einen einzelnen Standort zu stecken, ist keine Routineentscheidung. Die ersten Signale sind positiv, Vorstandschef Grosse gibt grünes Licht. Der Ausbau zum Kompetenzzentrum für Zelltherapie zeigt die Richtung: Freiburg soll kein Nebenstandort bleiben, sondern ein Zentrum für einen der wichtigsten Wachstumsbereiche der Branche werden.
