Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Starkes Wachstum, korrigierter Ausblick: SAP aus Walldorf hat im zweiten Quartal 2025 deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Das Management senkte jedoch gleichzeitig die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis. Grund sind die abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs.
Operative Prognose nach unten korrigiert
SAP erwartet beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nun ein währungsbereinigtes Wachstum von 13 bis 17 Prozent. Zuvor lag die Erwartung höher. Die Bekanntgabe erfolgte nach Handelsschluss an der US-Börse. Die SAP-Aktie reagierte mit Kursverlusten.
Auslöser der Korrektur sind die beiden abgeschlossenen Zukäufe. Dremio ist ein Spezialist für Datenanalyse, Prior Labs ein KI-Forschungsunternehmen. Beide Übernahmen belasten das operative Ergebnis kurzfristig und passen zur strategischen Ausrichtung von SAP auf Künstliche Intelligenz und Datenmanagement.
SAP-Chef Christian Klein hat zusätzlich mit der Abwertung des US-Dollars zu kämpfen, die die Ergebnisse in Euro schmälert. SAP erwirtschaftet einen erheblichen Teil seiner Erlöse in Dollar. Dieser Währungseffekt mindert den ausgewiesenen Gewinn in Europa.
Cloud-Geschäft wächst stärker als erwartet
Trotz der gesenkten Gewinnprognose legte das Cloud-Geschäft im zweiten Quartal kräftig zu. Der Cloud-Vertragsbestand für die kommenden zwölf Monate wuchs stärker als vom Markt erwartet.
Das Cloud-Geschäft ist für SAP der zentrale Wachstumstreiber. Konzerne und Mittelständler buchen SAP-Lösungen vermehrt als Abonnement aus der Cloud, was stabile, wiederkehrende Erlöse sichert. Klassische Lizenzverkäufe verlieren dagegen an Bedeutung.
SAP verfolgt seit Jahren die Transformation vom Lizenzanbieter zum Cloud-Konzern. Das Walldorfer Unternehmen ist Europas größter Softwarehersteller und im DAX eines der schwergewichtigsten Unternehmen.
Konjunktur trifft SAP weniger als andere
SAP ist von der allgemeinen Konjunkturschwäche weniger abhängig als viele andere Industriekonzerne. Unternehmen investieren in ERP-Software und digitale Infrastruktur auch in schwachen Wirtschaftsphasen.
Das unterscheidet SAP von Automobilherstellern oder Maschinenbauern in Baden-Württemberg. Während dort Aufträge wegbrechen können, laufen SAP-Verträge meist über mehrere Jahre. Die Kundenbindung ist hoch. Ein Wechsel der Kernsoftware ist für große Unternehmen aufwendig und teuer.
Investitionen in KI als Wachstumswette
Die Zukäufe von Dremio und Prior Labs folgen einer klaren Strategie. Beide Unternehmen ergänzen das bestehende Portfolio im Bereich Datenanalyse und maschinelles Lernen. SAP will KI-Funktionen tief in seine Unternehmenssoftware integrieren.
Dieser Ansatz kostet kurzfristig Geld. Übernahmen drücken zunächst auf die Marge. Mittelfristig soll KI neue Erlösquellen erschließen. SAP konkurriert dabei mit amerikanischen Anbietern wie Salesforce, Oracle und Microsoft.
Fazit
SAP liefert solide Quartalszahlen und zeigt im Cloud-Geschäft klare Dynamik. Die gesenkte Gewinnprognose folgt aus Investitionsentscheidungen, nicht aus operativer Schwäche. Dremio und Prior Labs belasten die Marge kurzfristig, sollen aber die KI-Kompetenz von SAP langfristig stärken. Währungseffekte und Integrationskosten begrenzen den Gewinnausblick vorerst.
