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Der Rhein bereitet erneut Probleme. Nach einer kurzen Erholung von historischen Tiefständen drohen die Pegelstände wieder zu sinken. Für Industrie und Logistik in Baden-Württemberg bleibt die Lage angespannt.
Pegel Kaub im kritischen Bereich
Der Pegel Kaub ist ein zentraler Richtwert für die Rheinschifffahrt. Die Werte sanken dort von 73 auf 59 Zentimeter. Prognosen deuten darauf hin, dass der Stand zu Wochenbeginn unter 40 Zentimeter fallen könnte. Unterhalb dieser Schwelle wird die Schifffahrt für viele Frachtschiffe wirtschaftlich kaum noch rentabel.
Zwar sind derzeit wieder mehr Schiffe auf dem Rhein unterwegs. Die kurzfristige Erholung täuscht jedoch über die strukturellen Probleme hinweg, wie Branchenvertreter warnen.
Folgen für die Wirtschaft in Baden-Württemberg
Der Rhein ist eine der wichtigsten Transportachsen für die Industrie im Südwesten. Chemie, Maschinenbau und Energieversorgung sind auf den Wasserweg angewiesen. Wenn Schiffe weniger Ladung transportieren dürfen, steigen die Frachtkosten. Diese Kosten geben die Unternehmen weiter, an Kunden oder sie belasten die eigene Marge.
Besonders betroffen sind Betriebe, die Schüttgüter oder Mineralöl auf dem Wasserweg beziehen. Niedrige Pegelstände zwingen die Reedereien dazu, Schiffe nur noch teilweise zu beladen, was die Transportkapazität erheblich reduziert.
Energieversorgung unter Druck
Auch die Energieversorgung spürt die Auswirkungen. Kohlekraftwerke, die per Schiff mit Brennstoff beliefert werden, müssen ihre Lagerbestände sorgfältig managen. Bei anhaltend niedrigen Pegelständen wird die Anlieferung teurer und aufwendiger. Transport per Bahn oder Lkw ist möglich, aber kostenintensiver.
Strukturelles Problem, kein Einzelfall
Niedrigwasser auf dem Rhein ist kein neues Phänomen. Trockenphasen treten häufiger und länger auf als früher. Viele Unternehmen halten deshalb höhere Lagerbestände vor. Andere prüfen, stärker auf die Bahn umzusteigen.
Die Schifffahrtsbranche investiert in Niedrigwasserschiffe mit flacherem Tiefgang, die auch bei geringen Pegelständen noch wirtschaftlich betrieben werden können. Die Umrüstung braucht jedoch Zeit und Kapital.
Häfen und Logistiker reagieren
Die Häfen entlang des Rheins bereiten sich auf weitere Engpässe vor. Umschlagmengen könnten zurückgehen. Logistikdienstleister planen bereits Ausweichrouten.
Fazit
Das Niedrigwasser auf dem Rhein bleibt eine ernste Belastung für die Wirtschaft in Baden-Württemberg. Kurzfristige Erholungen ändern nichts daran, dass die Pegelstände erneut sinken könnten. Unternehmen passen ihre Transportplanung an und bereiten sich auf mögliche Engpässe vor.
