Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Volle Betten, leere Kassen: Das Gastgewerbe in Baden-Württemberg steckt in einem Widerspruch. Die Zahl der Urlauber erreichte 2025 einen Rekordwert. Gleichzeitig sanken die preisbereinigten Umsätze in Hotels und Restaurants. Im Mai 2026 hielt dieser Trend laut Statistischem Landesamt weiter an.
Mehr Gäste, weniger Geld
Noch nie verbrachten so viele Menschen ihren Urlaub im Südwesten wie im Jahr 2025. Die Übernachtungszahlen stiegen auf ein Rekordniveau. Doch die Freude der Branche hält sich in Grenzen. Die Umsätze gingen preisbereinigt zurück. Gäste kommen zwar, geben aber weniger aus.
Das Statistische Landesamt bestätigte diesen Befund zuletzt für den Mai 2026. Die Ergebnisse gelten als vorläufig. Das Muster ist jedoch klar: Die Schere zwischen Besucherzahlen und Erlösen öffnet sich weiter.
Sparsamere Urlauber setzen Betriebe unter Druck
Viele Urlauber verzichten auf teure Restaurantbesuche. Sie wählen günstigere Unterkünfte oder verkürzen ihren Aufenthalt. Das spüren Hoteliers und Gastronomen direkt in der Kasse.
Gleichzeitig sind die Kosten für die Betriebe hoch geblieben. Personal, Energie und Lebensmittel belasten die Kalkulation. Wer die Preise nicht erhöhen kann, gerät in die Enge.
Am Bodensee ist die Lage besonders angespannt. Schweizer Gäste sind kaufkräftiger als viele deutsche Besucher und beeinflussen das Preisgefüge. Das kann die Preise für lokale Gäste in die Höhe treiben. Für Gastronomen bleibt die Lage trotzdem schwierig.
2,2 Millionen Menschen konnten sich keinen Urlaub leisten
Nicht alle Südwestdeutschen fahren überhaupt in den Urlaub. Rund 2,2 Millionen Menschen in Baden-Württemberg konnten sich 2025 keine Woche Urlaub außerhalb der eigenen Wohnung leisten. Das zeigt eine Erhebung aus dem vergangenen Jahr.
Besonders betroffen sind Alleinerziehende. Für sie sind auch kurze Reisen finanziell oft nicht drin. Diese Gruppe fällt als Kundschaft für Hotellerie und Gastronomie weitgehend aus.
Strukturelles Problem, kein kurzfristiger Einbruch
Die Branche steht nicht vor einem vorübergehenden Tief. Die Kombination aus steigenden Betriebskosten und sparsameren Gästen ist struktureller Natur. Betriebe müssen ihre Geschäftsmodelle anpassen.
Günstigere Angebote, neue Zielgruppen, effizientere Abläufe werden als mögliche Antworten genannt. Wer nur auf steigende Besucherzahlen setzt, wird den Umsatzschwund nicht aufhalten.
Die Spitzengastronomie steht dabei unter besonderem Druck. Hochpreisige Restaurants kämpfen um eine schrumpfende zahlungswillige Kundschaft. Günstige Angebote hingegen gewinnen Marktanteile.
Fazit
Rekordbesucherzahlen sind kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Das Gastgewerbe in Baden-Württemberg erlebt das gerade unmittelbar. Wer als Betrieb bestehen will, braucht mehr als volle Zimmer. Was am Ende des Tages in der Kasse bleibt, ist das, was zählt.
