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Ditzingen, ein Industriestandort nahe Stuttgart: Hier hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche im Rahmen ihrer Sommertour 2026 das Unternehmen Trumpf besucht. Vor Auszubildenden des Familienkonzerns sprach sie von einem Unternehmen, das zeige, wie deutsche Industrie funktionieren kann.
Lob für einen Familienkonzern
Reiche bezeichnete Trumpf als Vorbild für die gesamte deutsche Unternehmenslandschaft. Das Unternehmen sei standortgebunden, werteorientiert und von hohem Patriotismus geprägt. Das sind starke Worte einer Ministerin, die unter Druck steht.
Trumpf ist ein weltweit führender Hersteller von Werkzeugmaschinen und Lasern mit Hauptsitz in Ditzingen im Landkreis Ludwigsburg. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehrere tausend Mitarbeiter und gilt als Aushängeschild des Hightech-Mittelstands in Baden-Württemberg.
Der Besuch ist Teil einer gezielten Kommunikationsstrategie: Reiche will deutsche Industriebetriebe vor Ort kennenlernen. Jedes Unternehmen auf der Tour stehe, so die Ministerin selbst, für einen unverzichtbaren Baustein der industriellen Wertschöpfungskette.
Themen: Ausbildung, KI und Standortpolitik
Im Mittelpunkt des Besuchs stand das Gespräch mit Auszubildenden. Berufsausbildung gilt Reiche als zentrales Instrument für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Trumpf investiert seit Jahren in die duale Ausbildung und gilt als Vorreiter bei der Qualifizierung des Nachwuchses.
Auch Künstliche Intelligenz war Thema. Unternehmen wie Trumpf setzen KI bereits in der Produktion und Produktentwicklung ein. Reiche betonte, dass Digitalisierung und Spitzentechnologie künftig noch stärker ineinandergreifen müssen.
Dazu formulierte sie einen Appell an die Bundespolitik: Deutschland müsse die Rahmenbedingungen für produzierende Unternehmen verbessern. Energie, Rohstoffe, Produktionsstandorte und digitale Infrastruktur gehörten für sie zusammen.
Ministerin unter politischem Druck
Der Besuch fällt in eine schwierige Phase für Reiche. Umfragen zufolge hält eine deutliche Mehrheit der Deutschen sie für eine Fehlbesetzung im Amt. Selbst in der Union ist die Zustimmung gering.
Dazu kommt politischer Gegenwind aus verschiedenen Richtungen. Der CDU-Sozialflügel in Baden-Württemberg forderte zuletzt ihren Rauswurf. In der Spritpreis-Debatte kassierte sie einen Rüffel aus dem Kanzleramt. Unklar ist, wie belastbar das Verhältnis zwischen Reiche und Kanzler Friedrich Merz noch ist.
Vor diesem Hintergrund sind Unternehmensbesuche auch politische Signale. Reiche zeigt Präsenz in der Wirtschaft und will demonstrieren, dass sie die Sorgen der Unternehmen kennt.
Baden-Württemberg als industrieller Kern
Trumpf steht stellvertretend für eine Unternehmenskultur, die in Baden-Württemberg besonders verbreitet ist. Familiengeführte Konzerne mit globaler Reichweite, hoher Innovationskraft und starker Verwurzelung im Südwesten prägen die Wirtschaftsstruktur des Landes.
Genau diese Kombination lobt Reiche. Standorttreue und Weltmarktorientierung schließen sich für sie nicht aus. Sie sieht darin ein Modell für ganz Deutschland.
Fazit
Reiche nutzte den Besuch in Ditzingen, um ihre wirtschaftspolitische Botschaft zu schärfen: Deutschland brauche mehr Unternehmen wie Trumpf. Ob die Sommertour ihrem angeschlagenen Ansehen hilft, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
