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Der Oberkircher Autozulieferer PWO kämpft mit den Folgen der Automobilkrise. Im ersten Halbjahr 2026 sind Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Das Unternehmen sieht sich dennoch auf Kurs für das Gesamtjahr.
Rückgang im Halbjahr, Prognose bleibt stabil
PWO gehört zu den mittelständischen Automobilzulieferern, die die Krise der deutschen Autoindustrie direkt zu spüren bekommen. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis lagen im ersten Halbjahr 2026 unter den Vorjahreswerten. Genaue Zahlen hat das Unternehmen bislang nicht vollständig veröffentlicht.
PWO bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr 2026, allerdings mit einem Vorbehalt: Das Investitionsvolumen wird angepasst. Die operative Entwicklung bezeichnet das Unternehmen selbst als weiterhin solide.
Das Neugeschäft der PWO-Gruppe zeigt eine andere Richtung. Im laufenden Jahr hat die Gruppe Neugeschäft von 363 Millionen Euro erzielt. Das Lifetime-Volumen neuer Aufträge lag im Gesamtjahr 2025 bei rund 760 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen deutlich.
Verlust am Heimatstandort Oberkirch
Der Standort Oberkirch steht unter Druck. Für 2026 rechnet PWO dort voraussichtlich mit einem Verlust. Die Lage ist ernst genug, dass Belegschaft und Unternehmensführung gemeinsame Schritte vereinbart haben.
Die Beschäftigten am Standort Oberkirch verzichten auf Teile ihres Gehalts. Im Gegenzug verzichtet das Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen.
PWO-Chef Carlo Lazzarini bringt das Problem auf eine knappe Formel: Das Unternehmen verdiene in Deutschland kein Geld mehr. Die hohen Standortkosten, darunter Energie und Steuern, belasten die Marge. Das Unternehmen fordert deshalb eine Steuerwende und günstigere Rahmenbedingungen für die Industrie.
Dividende soll sinken, Auslandsstandorte stabilisieren
PWO plant, die Dividende zu senken. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit deutlich weniger Umsatz als im Vorjahr. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen erwartet PWO ebenfalls einen Rückgang.
Die internationalen Standorte laufen stabiler als der deutsche. PWO produziert neben Oberkirch auch in weiteren Ländern und kann dort teilweise bessere Margen erzielen. Das stärkt die Gruppe insgesamt, mildert aber den Druck auf den Heimatstandort nicht.
Branchenumfeld belastet den gesamten Südwesten
PWO steht nicht allein. Die Automobilzulieferer in Baden-Württemberg stehen unter erheblichem Druck. Die Nachfrage nach Fahrzeugen schwächelt, die Transformation zur Elektromobilität kostet Geld und Aufträge.
Die Industriestatistik für Baden-Württemberg zeigt ein gemischtes Bild: Die Zahl der Beschäftigten sinkt, während die Auftragseingänge leicht gestiegen sind. Von einer Trendwende ist die Branche weit entfernt.
Für einen Mittelständler wie PWO mit starker Verankerung am deutschen Standort ist das besonders schwierig. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.800 Menschen weltweit und ist seit Jahrzehnten ein fester Teil der Industrie im Ortenaukreis.
Fazit
PWO zeigt exemplarisch, was viele Autozulieferer in Baden-Württemberg gerade durchleben. Rückläufige Zahlen im Kerngeschäft, Kostendruck am deutschen Standort und eine notwendige Transformation treffen gleichzeitig aufeinander. Das starke Neugeschäft ist ein positives Signal. Ob es reicht, um den Heimatstandort Oberkirch langfristig zu sichern, hängt auch von politischen Entscheidungen ab, die PWO nicht selbst treffen kann.
