Gemeinsamer Schulterschluss für mehr Gesundheitsvorsorge
Mit der Gründung der „Präventionsallianz Baden-Württemberg“ setzt die Landesregierung ein starkes Signal für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. Ziel ist es, Krankheiten frühzeitig vorzubeugen, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken und damit langfristig auch die Kosten im Gesundheitssystem zu senken. Am Mittwoch, den 24. September 2025, trafen sich im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen und Wirtschaft, um die Allianz offiziell zu starten und über die nächsten Schritte zu beraten.
Ein Paradigmenwechsel im Gesundheitssystem
Ministerpräsident Winfried Kretschmann machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, dass Baden-Württemberg vor einem grundlegenden Wandel stehe: weg von einer rein krankheitsorientierten Versorgung, hin zu einer Gesellschaft, die Prävention fest im Alltag verankert. „Gesund bleiben, statt erst im Krankheitsfall zu handeln – das ist unser Ziel“, erklärte Kretschmann. Besonders der demografische Wandel und die Zunahme chronischer Erkrankungen machten ein Umdenken notwendig. Laut einer aktuellen Studie der Robert Bosch Stiftung verfügen derzeit mehr als die Hälfte der Menschen im Land nur über eine geringe Gesundheitskompetenz – ein Zustand, den die Landesregierung ändern möchte.
Breite Diskussion mit Fachleuten aus allen Bereichen
Die Jahresveranstaltung des Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg bot eine Bühne für den Austausch. Unter dem Motto „Prävention made in THE LÄND“ diskutierten Politikerinnen, Wissenschaftler, Mediziner und Wirtschaftsvertreter, wie Prävention konkret in Schulen, Betrieben, Kommunen und Familien gestärkt werden kann. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hob in ihrem Grußwort hervor, dass Baden-Württemberg mit seiner Vorreiterrolle bundesweit Maßstäbe setze und die Synergien zwischen Forschung, Innovation und Versorgung beispielhaft seien.
Von den „Bluezones“ lernen
Besonderes Interesse fand der Impulsvortrag des Gesundheitsforschers und Ernährungswissenschaftlers Marcus Lauk. Er präsentierte Erkenntnisse aus den sogenannten „Bluezones“ – Regionen der Welt, in denen besonders viele Menschen überdurchschnittlich alt werden. Ernährung, Bewegung, soziale Bindungen und ein gesunder Lebensstil seien entscheidende Faktoren. Diese Impulse flossen in die anschließende Podiumsdiskussion ein, in der Fachleute über die Übertragbarkeit solcher Erkenntnisse auf Baden-Württemberg debattierten.
Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass Prävention nicht allein Aufgabe des Gesundheitssystems sein kann. Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssten Hand in Hand arbeiten. Nur durch gemeinsames Handeln könne es gelingen, Gesundheitsförderung nachhaltig im Alltag der Menschen zu verankern – sei es durch Bildungsangebote, durch digitale Gesundheitslösungen oder durch Initiativen in Kommunen und Betrieben.
Rückblick und Erfolge des Forums Gesundheitsstandort
Ministerpräsident Kretschmann erinnerte außerdem an die Fortschritte, die durch das Forum Gesundheitsstandort bereits erreicht wurden. Von der Ausweitung der Telemedizin über die Zentren für Personalisierte Medizin bis hin zu mehr als 60 innovativen Modellprojekten, die mit über 125 Millionen Euro gefördert wurden – die Bilanz könne sich sehen lassen. Viele Projekte hätten auch nach ihrer Förderung Bestand und internationale Anerkennung gefunden.
Blick nach vorne
Die „Präventionsallianz Baden-Württemberg“ soll nun als Katalysator wirken, um diese Erfolge auszuweiten und stärker in die Breite zu tragen. Sie ist nicht nur ein gesundheitspolitisches Instrument, sondern auch ein Impulsgeber für die Gesundheitswirtschaft im Land. Innovative Unternehmen aus der Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmaforschung sollen von den neuen Strukturen profitieren, während die Bürgerinnen und Bürger mehr Orientierung, Information und Unterstützung erhalten.
