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Porsche löst sich vom Volkswagen-Konzernverbund bei den EU-Emissionszielen. Stattdessen bildet der Stuttgarter Sportwagenhersteller einen CO2-Pool mit dem chinesischen Elektroautobauer Xpeng. Das geht aus einer Meldung an die EU-Kommission hervor. Der Deal zeigt: Porsche hat ein ernstes CO2-Problem.
Verbrenner zurück, Emissionen rauf
Porsche hat seine ambitionierten Elektropläne korrigiert und setzt wieder stärker auf Verbrenner und Plug-in-Hybride. Das treibt den Flottenemissionswert nach oben.
Der EU-Grenzwert liegt derzeit bei 93,6 Gramm CO2 pro Kilometer. Wer diesen Wert überschreitet, zahlt Strafgelder. Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits gefordert, die EU-Flottenziele anzupassen. Der Hochlauf der Elektromobilität verlaufe langsamer als erwartet. Brüssel hat darauf bislang nicht reagiert.
Also sucht Porsche einen anderen Ausweg. Und findet ihn in China.
Das Prinzip hinter dem Deal
Die EU-Regulierung erlaubt sogenannte Emissionspools. Hersteller können sich zusammenschließen, ihre Flottenwerte werden dann gemeinsam berechnet. Elektrofahrzeuge gehen dabei mit null Gramm CO2 pro Kilometer in die Rechnung ein, was den Gesamtschnitt verbessert.
Genau das nutzt Porsche jetzt. Xpeng verkauft ausschließlich Elektroautos, deren Emissionswert in der EU-Berechnung als null gilt. Kombiniert mit Porsches Verbrennerflotte sinkt der gemeinsame Durchschnitt. Strafzahlungen lassen sich so abfedern oder ganz vermeiden.
Kostenlos ist das nicht. Xpeng verdient an dem Arrangement und verkauft seine CO2-Credits an Porsche. Wie viel Porsche dafür bezahlt, ist nicht bekannt. Zum Vergleich: Der schwedische Elektroautobauer Polestar verdiente 2025 durch ähnliche EU-Pooling-Vereinbarungen 123 Millionen Dollar.
Porsche verlässt den VW-Verbund
Bislang war Porsche Teil des Emissionspools des Volkswagen-Konzerns. Diesen verlässt der Sportwagenhersteller nun. Der VW-Konzern kämpft selbst mit CO2-Zielen, der Weggang von Porsche schwächt den Verbund zusätzlich. Für Porsche bedeutet der Deal eine kurzfristige Entlastung. Wie das Unternehmen die EU-Vorgaben langfristig erfüllen will, bleibt offen.
Xpeng profitiert doppelt
Für Xpeng ist das Geschäft attraktiv. Das chinesische Unternehmen baut seinen Vertrieb in Europa aus, der CO2-Pool bringt Einnahmen und Sichtbarkeit auf dem europäischen Markt. Der Deal festigt zudem die Beziehungen zu einem deutschen Premiumhersteller.
Das Modell ist nicht neu. Tesla hat über Jahre hinweg Milliarden mit dem Verkauf von CO2-Credits an europäische und amerikanische Hersteller verdient. Nun folgen chinesische Anbieter demselben Muster: Sie produzieren Elektroautos, europäische Verbrenner-Hersteller zahlen dafür.
Strukturelles Dilemma der deutschen Autoindustrie
Der Porsche-Deal steht stellvertretend für ein größeres Problem. Viele deutsche Hersteller haben den Elektroumstieg langsamer vollzogen als geplant, die EU-Ziele gelten aber weiterhin. Das Ergebnis: Europäische Autobauer finanzieren chinesische Konkurrenten mit CO2-Zahlungen.
Baden-Württemberg ist davon besonders betroffen. Mit Porsche und Mercedes sitzen zwei der wichtigsten deutschen Automobilhersteller im Land. Beide kämpfen mit steigenden Flottenemissionen und suchen nach regulatorischen Lösungen.
Fazit
Porsche hat einen Ausweg aus einem regulatorischen Dilemma gefunden. Der Deal mit Xpeng ist legal und funktioniert. Er zeigt aber auch, wo die Schwächen des aktuellen Kurses liegen: Wer auf Verbrenner setzt, zahlt dafür an anderer Stelle. In diesem Fall an einen chinesischen Wettbewerber. Wie lange diese Lösung trägt, hängt von Brüssel, vom Markt und von Porsches eigenem Elektrotempo ab.
