Heilbronn hat einen neuen Anspruch formuliert. Ministerpräsident Cem Özdemir eröffnete die TECH 2026 und stellte klare Ziele vor: Baden-Württemberg soll das KI-Zentrum Europas werden. Das Land stehe zwar gut da, aber die erste Runde in Forschung und Entwicklung sei bereits an die USA und China gegangen. Jetzt müsse das Südwest-Bundesland aufholen.
Heilbronn als Bühne für einen Aufbruch
Die TECH 2026 in Heilbronn war kein gewöhnliches Branchentreffen. Das Event bündelte Themen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Start-up-Förderung und die Zukunft des Technologiestandorts Baden-Württemberg. Özdemir nutzte die Bühne für eine programmatische Ansage.
Baden-Württemberg sei bereits ein Hotspot für KI und Robotik, so der Ministerpräsident. Auch andere Zukunftsfelder wie Life Science und Biotech stünden im Fokus. Das Land fördere diese Bereiche gezielt im Rahmen seiner Hightech-Strategie.
Die Botschaft war eindeutig: Baden-Württemberg soll künftig nicht mehr nur für Bosch und Mercedes stehen. Es soll auch global als Standort für Quantencomputing und autonome Systeme wahrgenommen werden.
Europa forscht, Amerika skaliert
Özdemir benannte das Kernproblem offen. Europa forsche stark, aber die Skalierung gelinge den USA besser. Unternehmen, die in Europa entstehen, wandern für das Wachstum oft in die USA ab. Diesen Abfluss will die neue Landesregierung stoppen.
Die Grün-Schwarze Koalition unter Özdemir und CDU-Mann Manuel Hagel trat im Mai 2026 ihr Amt an. Der Koalitionsvertrag wurde in Stuttgart vorgestellt. Wirtschaftspolitik und Technologieförderung gehören zu den erklärten Schwerpunkten.
Das passt zum gesellschaftlichen Druck. Laut Umfragen zur Landtagswahl 2026 nannten 39 Prozent der Bürgerinnen und Bürger die Wirtschaft als eines der drei wichtigsten Themen. Für 22 Prozent war sie das wichtigste Thema überhaupt.
Hightech-Strategie als politisches Fundament
Die Landesregierung will mit einer Hightech-Strategie gegensteuern. KI und Robotik stehen dabei an erster Stelle. Daneben sollen Biotech und Life Science als weitere Wachstumsfelder ausgebaut werden.
Özdemir signalisierte außerdem, den direkten Kontakt zur Wirtschaft zu suchen. Start-ups und Gründer sollen schneller Zugang zu Förderung und Netzwerken bekommen. Bürokratie soll abgebaut werden.
Der Standort im Wettbewerb
Baden-Württemberg konkurriert nicht nur mit Bayern oder Nordrhein-Westfalen. Der Wettbewerb findet global statt. Staatliche Investitionen in KI-Infrastruktur sind in den USA und China deutlich höher als in Deutschland.
Özdemir sieht dennoch Chancen. Das Bundesland verfüge über starke Hochschulen, leistungsfähige Mittelständler und eine enge Verzahnung zwischen Industrie und Forschung. Diese Basis müsse jetzt konsequent genutzt werden.
Quantencomputing als Zukunftswette
Neben KI und Robotik nannte Özdemir auch Quantencomputing als strategisches Feld. Dieses Thema gilt international als eine der wichtigsten Technologien der kommenden Dekade. Baden-Württemberg will sich frühzeitig positionieren.
Konkrete Investitionszahlen oder Programme nannte die Landesregierung auf der TECH 2026 noch nicht öffentlich. Der politische Rahmen ist jedoch gesetzt.
Fazit: Anspruch und Realität
Özdemir hat in Heilbronn den Anspruch klar formuliert. Baden-Württemberg will raus aus der zweiten Reihe und rein in die globale Spitzengruppe der Technologieregionen. Das ist ein ambitioniertes Ziel. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist schwierig, die Konkurrenz aus Übersee ist stark.
Ob die Hightech-Strategie der neuen Landesregierung liefert, wird sich an konkreten Projekten, Investitionen und Ansiedlungen messen lassen. Der Startschuss ist gefallen.
