Erstes Lungenkrebsscreening in Baden-Württemberg
Das Universitätsklinikum Freiburg schreibt Medizingeschichte: Als erste Klinik in Baden-Württemberg erhält es die offizielle Genehmigung, ein strukturiertes Lungenkrebsscreening für starke Raucher*innen in der klinischen Versorgung anzubieten. Damit wird ein wichtiger Meilenstein für die Krebsfrüherkennung erreicht. Mithilfe modernster Computertomographie (CT) können selbst kleinste Veränderungen im Lungengewebe entdeckt werden – oft lange bevor die Betroffenen Symptome bemerken.
Dank der eingesetzten Niedrigdosis-Technik ist die Untersuchung besonders schonend und strahlenarm. Diese Innovation erhöht die Chancen, Lungenkrebs in einem heilbaren Stadium zu erkennen, und stärkt die onkologische Versorgung in der gesamten Region nachhaltig.
Früherkennung rettet Leben
„Das strukturierte Lungenkrebsscreening bietet die Möglichkeit, die Erkrankung in einem frühen, potenziell heilbaren Stadium zu entdecken“, betont Prof. Dr. Christopher Schlett, Leiter der Sektion für Kardiothorakale Bildgebung am Universitätsklinikum Freiburg. Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen – eine Tatsache, die das Programm besonders wertvoll macht.
Gerade für Menschen mit hoher Rauchbelastung bedeutet das Screening einen bedeutenden Fortschritt: Es bietet eine neue Perspektive und kann im Ernstfall lebensrettend sein.
Interdisziplinäre Spitzenmedizin an einem Ort
Lungenkrebspatientinnen werden am Universitätsklinikum Freiburg in einem interdisziplinären Lungenkrebszentrum betreut. Dort arbeiten Fachärztinnen aus Pneumologie, Thoraxchirurgie, Onkologie, Radiologie, Strahlenheilkunde, Nuklearmedizin und Pathologie eng zusammen.
„Wir bündeln modernste Diagnostik mit ärztlicher Expertise und enger interdisziplinärer Zusammenarbeit. So können wir Patient*innen optimal durch die neuesten Diagnose- und Therapieverfahren begleiten“, erklärt Prof. Dr. Cornelius Waller, Leiter des Lungenkrebszentrums.
Wer teilnehmen kann
Das neue Screening richtet sich an Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die aktuell rauchen oder in den letzten zehn Jahren aufgehört haben. Voraussetzung sind mindestens 25 Jahre Raucherfahrung und 15 sogenannte Packungsjahre – eine Kennzahl, die sich aus der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten und der Dauer des Konsums berechnet.
Zudem muss die letzte CT-Untersuchung des Brustkorbs mehr als zwölf Monate zurückliegen, und es darf keine bekannte Lungenkrebserkrankung oder schwere Vorerkrankung bestehen, die eine Teilnahme ausschließt.
Ablauf der Untersuchung
Interessierte benötigen eine Überweisung durch einen Fachärztin für Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin oder Innere Medizin. Vor der Aufnahme ins Programm erfolgt ein ausführliches ärztliches Aufklärungsgespräch, in dem Nutzen, mögliche Risiken und der Ablauf der Untersuchung erklärt werden.
Die CT-Aufnahme selbst dauert nur wenige Minuten, ist schmerzfrei und benötigt kein Kontrastmittel. Nach der Befundbesprechung erhalten Teilnehmende auf Wunsch auch Informationen und Unterstützung zur Tabakentwöhnung – eine wichtige Maßnahme, um das langfristige Risiko für Lungenkrebs und andere Erkrankungen zu senken.
Vorreiterrolle für ganz Baden-Württemberg
„Mit dem Start des Programms nimmt das Universitätsklinikum Freiburg eine Vorreiterrolle in der Krebsfrüherkennung ein. Möglich wurde das nur durch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Freiburg“, so Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Klinikums.
Regierungspräsident Carsten Gabbert ergänzt: „Diese Genehmigung ist ein wichtiger Schritt für die Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg. Patientinnen und Patienten können nun frühzeitig von diesem Vorsorgeangebot profitieren – das ist ein echter Gewinn für die Region.“
Ein wichtiger Beitrag zur nationalen Krebsstrategie
Das neue Screeningprogramm ist nicht nur ein Meilenstein für Freiburg, sondern auch Teil einer bundesweiten Strategie. Es ergänzt die Maßnahmen des Nationalen Krebsplans, der die Früherkennung als zentrales Instrument im Kampf gegen Krebs fest verankert hat. Damit leistet das Universitätsklinikum Freiburg einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Krebsprävention und -versorgung in ganz Deutschland.
