Baden-Württemberg hat eine neue Landesregierung. Nach der Vereidigung von Cem Özdemir als Ministerpräsident steht auch die Ressortverteilung fest. Für die Games-Branche im Südwesten ändert sich strukturell wenig: Die Zuständigkeit für Games-Politik und Games-Förderung verbleibt beim Wirtschaftsministerium. Das Haus trägt künftig den Namen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus.
Koalitionsvertrag sieht Ausbau der Games-Förderung vor
Die neue Koalition aus Grünen und CDU hat ihren Koalitionsvertrag abgeschlossen. Darin bekennt sich die Landesregierung zum Ausbau der Games-Förderung. Konkrete Zahlen oder Programme nennt der Vertrag bislang nicht. Die Branche wartet auf Details.
Vor der Landtagswahl im Januar 2026 hatten die Parteien wenig Greifbares zur Games-Politik geliefert. Die Wahlprogramme blieben vage. Umso mehr richtet die Branche den Blick nun auf den Koalitionsvertrag und die künftige Ministeriumsarbeit.
CDU stark in Fachministerien, Grüne stellen Regierungschef
Die Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und CDU hatten für Aufmerksamkeit gesorgt. Einem Sondierungspapier zufolge erhält die CDU mehr Fachministerien als die Grünen. Die Grünen stellen mit Cem Özdemir den Ministerpräsidenten. Das ist eine ungewöhnliche Konstellation.
Özdemir ist bundesweit bekannt. Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister übernimmt nun die Führung im wirtschaftsstärksten Flächenland Deutschlands. Baden-Württemberg gilt als Exportnation im Kleinen: Maschinenbau, Automobil, Medizintechnik, aber auch die Digitalwirtschaft prägen den Standort.
Games-Standort Baden-Württemberg: Potenzial mit Luft nach oben
Die Games-Branche ist in Baden-Württemberg präsent, aber nicht so dominant wie in Bayern oder Berlin. Stuttgart und Karlsruhe haben eine aktive Entwicklerszene. Hochschulen bilden Fachkräfte aus. Doch viele Studios sind klein. Förderung kann den Unterschied machen.
Das Wirtschaftsministerium ist bereits für die Förderung der European Digital Innovation Hubs zuständig. Beide Hubs in Baden-Württemberg erhalten jeweils 720.000 Euro über drei Jahre. Das zeigt: Digitale Wirtschaftsförderung ist im Ministerium verankert. Die Games-Branche kann darauf aufbauen.
Wirtschaftsministerium als natürlicher Ansprechpartner
Dass Games beim Wirtschaftsministerium angesiedelt bleiben, ist folgerichtig. Die Branche ist Wirtschaftszweig, nicht nur Kulturgut. Sie schafft Arbeitsplätze, generiert Steuereinnahmen und zieht Fachkräfte an. Eine Ansiedlung beim Kulturministerium hätte andere Prioritäten gesetzt.
In anderen Bundesländern ist die Zuständigkeit uneinheitlich geregelt. Manche Länder fördern Games über Medienanstalten, andere über Wirtschaftsbehörden. Baden-Württemberg setzt auf den wirtschaftspolitischen Ansatz. Das ist ein Signal an die Branche.
Fazit: Kontinuität mit Aufbruchsversprechen
Die neue Landesregierung steht am Anfang. Der Koalitionsvertrag enthält das Versprechen, Games-Förderung auszubauen. Die institutionelle Heimat steht fest. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an. Die Games-Branche in Baden-Württemberg hat die Zusagen notiert. Sie erwartet konkrete Programme, verlässliche Förderinstrumente und ein Ministerium, das die Branche kennt und ernst nimmt.
