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Der Ventilatorenspezialist ebm-papst aus Mulfingen wird verkauft. Die Gesellschafterfamilien veräußern das Unternehmen an den US-Konzern Madison Air. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 5,1 Milliarden Euro. Damit endet eine jahrzehntelange Ära als unabhängiges Familienunternehmen.
Weltmarktführer wechselt den Besitzer
Ebm-papst gilt als Weltmarktführer für Ventilatoren und Motoren. Der Hauptsitz liegt in Mulfingen im Hohenlohekreis. Das Unternehmen betreibt in Deutschland mehrere Produktionsstandorte: in Mulfingen, Niederstetten, Hollenbach, St. Georgen, Herbolzheim, Landshut und Lauf.
Madison Air ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Schwerpunkt in der Luft-, Kälte- und Klimatechnik. Mit der Übernahme stärkt der Konzern seine Position in Europa und weltweit. Der Hauptsitz von ebm-papst in Mulfingen soll erhalten bleiben.
Treiber des Deals ist die Nachfrage nach Kühltechnik für Rechenzentren. Der Boom rund um Künstliche Intelligenz hat den Bedarf an leistungsfähiger Kühlung stark angetrieben. Ebm-papst ist in diesem Bereich ein gefragter Zulieferer.
Was bedeutet das für den Standort Herbolzheim?
Das Werk in Herbolzheim gehört zur Sparte ebm-papst St. Georgen. Es war ursprünglich ausschließlich auf die Automobilzulieferung ausgerichtet. In den vergangenen Jahren vollzog der Standort einen Wandel. Rund die Hälfte der Belegschaft hat den Übergang zu neuen Produktbereichen bereits vollzogen.
2017 investierte ebm-papst acht Millionen Euro in einen Erweiterungsbau des Automobilstandortes Herbolzheim. Seitdem hat sich das Geschäftsfeld dort verändert. Der Strukturwandel in der Automobilindustrie hat den Standort unter Druck gesetzt.
Wie der neue Eigentümer Madison Air mit dem Werk Herbolzheim umgeht, ist derzeit offen. Offiziell heißt es, Madison Air bringe die nötige Finanzkraft und einen langfristigen unternehmerischen Horizont mit. Konkrete Aussagen zur Zukunft einzelner Standorte gibt es bislang nicht.
Strategische Logik hinter dem Verkauf
Ebm-papst hatte zuletzt gute Geschäftszahlen vorgelegt. Der Verkauf kommt dennoch nicht völlig überraschend. Familiengeführte Mittelständler stehen oft vor der Frage, wie sie Wachstum und Nachfolge langfristig sichern.
Madison Air hat seine Stärke vor allem im US-Markt. Ebm-papst hat dort bereits ein eigenes Werk eröffnet. Das neue US-Werk ist 1,6 Hektar groß. Ziel war es, unabhängiger von internationalen Lieferketten zu werden. Ebm-papst verfolgt das Konzept von drei eigenständigen regionalen Lieferketten.
Die Kombination beider Unternehmen soll das Potenzial in der Luft-, Kälte- und Klimatechnologie stärker ausschöpfen. Beide Seiten betonen die strategische Ergänzung.
Fazit
Der Verkauf von ebm-papst an Madison Air ist einer der größten Mittelstandsdeals in Baden-Württemberg seit Jahren. Für die Standorte im Land, darunter Herbolzheim, bringt der Eigentümerwechsel Unsicherheit. Die Finanzkraft des neuen Eigentümers könnte aber auch neue Perspektiven eröffnen. Wie Madison Air die deutschen Werke in seine globale Strategie einbettet, ist dabei die zentrale Frage.
