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Zwei Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand. Mercedes-Benz Produktionsvorstand Michael Schiebe hat auf einer Betriebsversammlung in Sindelfingen klargemacht: Wer die Kosten nicht senkt, riskiert den Standort. Die Botschaft sorgt für Unruhe in der Belegschaft.
Schiebe stellt Bedingungen
Michael Schiebe, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, sprach auf der Betriebsversammlung in der Factory 56 in Sindelfingen. Zwei deutsche Werke könnten geschlossen werden, wenn die Arbeitskosten nicht auf ein wettbewerbsfähiges Niveau sinken. Welche Standorte konkret gemeint sind, nannte er nicht öffentlich.
Mercedes-Benz sieht die deutschen Produktionskosten im internationalen Vergleich als zu hoch an. Der Konzern steht unter Druck: Der Absatz stockt, die Margen sinken. Das Unternehmen reagiert mit einem harten Sparkurs.
Gesamtbetriebsrat lehnt Drohkulisse ab
Der Gesamtbetriebsrat von Mercedes-Benz hat scharf auf die Ankündigung reagiert. Die Arbeitnehmervertreter protestieren gegen den angekündigten Stellenabbau und die Drohung mit Werksschließungen. Sie sehen die Standortsicherheit der deutschen Werke in Gefahr.
Die Auseinandersetzung zwischen Vorstand und Betriebsrat ist kein neues Phänomen. Seit Monaten streiten beide Seiten über den richtigen Weg aus der Krise. Die Fronten sind verhärtet.
Strukturkrise trifft Baden-Württemberg hart
Mercedes-Benz ist einer der größten Arbeitgeber in Baden-Württemberg. Allein das Werk Sindelfingen beschäftigt Zehntausende Menschen. Auch die Werke in Rastatt, Gaggenau und Untertürkheim sind bedeutende Standorte für die Region.
Der Übergang zur Elektromobilität erfordert weniger Fertigungsschritte und damit weniger Personal. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb durch chinesische Hersteller.
Baden-Württemberg ist von dieser Entwicklung besonders betroffen. Neben Mercedes-Benz stehen auch Zulieferer und Partnerunternehmen unter Druck. Tausende Arbeitsplätze hängen indirekt an den großen Werken.
Kosten im Fokus der Konzernstrategie
Mercedes-Benz hat in den vergangenen Monaten ein Programm zur Kostensenkung aufgelegt. Der Vorstand will die Fixkosten deutlich reduzieren, Investitionen werden verschoben oder gestrichen. Die Personalkosten stehen dabei besonders im Fokus.
Deutschland gilt innerhalb des Mercedes-Konzerns als teuerster Produktionsstandort. Werke in anderen Ländern produzieren günstiger, was ihnen einen strukturellen Vorteil bei Standortentscheidungen verschafft.
Schiebe machte in Sindelfingen klar: Der Konzern prüft alle Optionen. Wer langfristig produzieren wolle, müsse international konkurrenzfähig sein. Das ist eine direkte Botschaft an die Tarifparteien und die Belegschaft.
Fazit
Mercedes-Benz setzt seine deutschen Standorte unter erheblichen Druck. Für Baden-Württemberg steht viel auf dem Spiel. Ob Vorstand und Arbeitnehmervertreter einen tragfähigen Kompromiss finden, ist offen.
