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Moana Mainka kehrt Schornsteine, prüft Heizanlagen und berät Hausbesitzer zu Energiefragen. Die 32-jährige Schornsteinfegerin aus Mannheim hat ein traditionsreiches Handwerk neu gedacht. Und sie will andere Frauen dazu bringen, es ihr gleichzutun.
Vom Lehrling zur Energieberaterin
Mainka durchlief den klassischen Weg im Handwerk: Ausbildung, Gesellenjahre, Meisterprüfung. Dabei blieb sie nicht stehen. Sie bildete sich zur Energieberaterin weiter und arbeitet heute weit über das traditionelle Schornsteinfegen hinaus.
Das Schornsteinfegerhandwerk hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Wer heute in diesem Beruf arbeitet, braucht Kenntnisse in Gebäudetechnik, Brandschutz und Heizungsanlagen. Die Energiewende hat den Beruf aufgewertet. Fachleute wie Mainka sind gefragt.
Genau das ist ihr Argument, wenn sie mit jungen Frauen spricht. Das Handwerk biete sichere Arbeitsplätze, gutes Einkommen und echte Entwicklungschancen. Wer einen Meisterbrief in der Tasche habe, könne sich selbstständig machen oder in leitende Positionen aufsteigen.
Frauenanteil im Handwerk bleibt gering
Der Handwerkssektor in Deutschland beschäftigt Millionen Menschen. Frauen sind jedoch nach wie vor deutlich unterrepräsentiert, besonders in technischen Berufen wie dem Schornsteinfegerhandwerk. Mainka ist damit eine Ausnahmeerscheinung in ihrer Branche.
Das will sie ändern. Ihr Ansatz ist praktisch: Sie spricht offen über ihren Berufsalltag, über die körperliche Arbeit auf Dächern, aber auch über die intellektuellen Anforderungen des Berufs. Sie räumt mit dem Bild auf, Handwerk sei schmutzig, schlecht bezahlt oder ohne Perspektive.
Dabei setzt Mainka auf Sichtbarkeit. Wer nicht weiß, dass Frauen in einem Beruf arbeiten, denkt nicht daran, ihn zu ergreifen. Auftritte in der Öffentlichkeit, etwa in Medien, sollen das Bild des Berufs korrigieren.
Handwerk sucht dringend Nachwuchs
Der Fachkräftemangel im Handwerk ist in Baden-Württemberg spürbar. Betriebe suchen Auszubildende und Gesellen. Gleichzeitig bleiben viele Berufe für Frauen kaum sichtbar.
Berufsberater und Handwerkskammern setzen seit Jahren auf Kampagnen, um Frauen für technische Handwerksberufe zu gewinnen. Der Erfolg bleibt überschaubar. Einzelne Vorbilder wie Mainka können dabei wirkungsvoller sein als jede Broschüre.
In Mannheim arbeitet sie täglich in einem Umfeld, das von Männern geprägt ist. Probleme damit macht sie nicht zum Thema. Sie konzentriert sich auf die Arbeit und auf das, was der Beruf bietet.
Modernes Handwerk braucht neue Gesichter
Das Schornsteinfegerhandwerk steht stellvertretend für viele traditionsreiche Berufe im Wandel. Digitalisierung, Energiewende und neue Bautechnologien verändern die Anforderungen. Wer heute ausbildet, bildet für Berufsbilder aus, die in zehn Jahren anders aussehen als heute.
Mainka hat diesen Wandel früh erkannt. Die Zusatzqualifikation als Energieberaterin war kein Zufall. Sie hat gezielt investiert, um breiter aufgestellt zu sein und mehr Leistungen anbieten zu können.
Für junge Frauen, die einen Beruf mit Zukunft suchen, ist das ein konkretes Beispiel dafür, was eine handwerkliche Ausbildung ermöglichen kann.
Fazit
Das Handwerk in Baden-Württemberg braucht Fachkräfte und neue Vorbilder. Moinana Mairinka erfüllt beides. Ihr Weg vom Lehrling zur Meisterin und Energieberaterin zeigt, welche Möglichkeiten handwerkliche Ausbildungen bieten. Wenn ihr Engagement auch nur einen Teil der potenziellen Bewerberinnen erreicht, ist das mehr wert als manch aufwendige Kampagne.
