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SAP-Chef Christian Klein verdiente im vergangenen Jahr gut 16,2 Millionen Euro. Rund 90 Prozent dieser Summe entfallen auf erfolgsabhängige Boni. Damit ist Klein der bestbezahlte Konzernchef unter den börsennotierten Unternehmen aus Baden-Württemberg. Die Vergütungsberichte der Unternehmen machen die Unterschiede deutlich.
Klein an der Spitze, große Abstände dahinter
Christian Klein führt die Liste mit Abstand an. Laut Vergütungsbericht von SAP verdiente der Manager fast 19 Millionen Euro im Spitzenjahr. Für das vergangene Geschäftsjahr weisen andere Quellen einen Wert von rund 16,2 Millionen Euro aus. Der Löwenanteil stammt aus variablen Vergütungskomponenten.
Dominik von Achten, Chef von Heidelberg Materials, kam auf 8,7 Millionen Euro. Das ist in etwa so viel wie im Jahr zuvor. Heidelberg Materials zählt zu den größten Baustoffkonzernen weltweit. Von Achten hält damit einen stabilen Platz im oberen Bereich der regionalen Rangliste.
Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender von Mercedes-Benz, gehört ebenfalls zu den Topverdienern im Südwesten. Genaue Zahlen für das vergangene Jahr lagen aus den vorliegenden Berichten nicht vollständig vor. Mercedes-Benz hat seinen Hauptsitz in Stuttgart.
Daimler Truck: Mehr Gehalt trotz schlechterem Ergebnis
Auffällig ist die Entwicklung bei Daimler Truck. Konzernchefin Karin Rådström erzielte 2025 eine Gesamtvergütung von 3,2 Millionen Euro, mehr als im Vorjahr. Dabei lief das Geschäft schwieriger: Die Verkäufe sanken, der Gewinn ging zurück.
Diese Diskrepanz ist kein Einzelfall in der Branche. Variable Vergütungsbestandteile richten sich oft an mehrjährigen Zielen aus. Kurzfristige Ergebnisrückgänge schlagen deshalb nicht immer sofort auf das Gesamtgehalt durch.
Wie sich die Vergütung zusammensetzt
Bei den meisten Konzernen besteht die Vorstandsvergütung aus einem festen Grundgehalt, einem kurzfristigen Jahresbonus abhängig vom Geschäftsergebnis sowie langfristigen Komponenten, meist in Form von Aktien oder Aktienoptionen.
Bei SAP-Chef Klein macht der variable Anteil rund 90 Prozent der Gesamtvergütung aus. Seine Vergütung hängt damit stark vom Kursverlauf und vom Unternehmenserfolg ab. SAP hat in den vergangenen Jahren deutlich von der Nachfrage nach Cloud-Software profitiert.
Klaffende Schere zwischen Führung und Belegschaft
Die Zahlen verdeutlichen das Gefälle innerhalb der Konzerne. Ein Vollzeitbeschäftigter in Deutschland verdiente zuletzt im Schnitt rund 45.000 Euro brutto im Jahr. Kleins Vergütung entspricht damit dem Einkommen von mehreren Hundert Durchschnittsverdienern.
Aktionärsvertreter und Gewerkschaften kritisieren diese Verhältnisse regelmäßig. Viele Unternehmen sind seit Jahren verpflichtet, das Verhältnis von Vorstandsgehalt zu durchschnittlicher Mitarbeitervergütung offenzulegen. Bei den meisten Konzernen ist diese Relation erheblich.
Fazit
Die Gehälter der Top-Manager börsennotierter Konzerne in Baden-Württemberg liegen durchweg im Millionenbereich. SAP-Chef Christian Klein führt die Rangliste mit deutlichem Abstand an. Das Beispiel Daimler Truck zeigt, dass Vergütung und kurzfristige Geschäftsentwicklung nicht immer im Gleichschritt laufen. Die variablen Anteile sind dabei ausschlaggebend.
