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Die deutschen Gasspeicher sind so leer wie selten zu dieser Jahreszeit. Ende September lagen die Füllstände bei rund 58 Prozent. Bis November sollen sie 80 Prozent erreichen. Ob dieses Ziel noch erreichbar ist, wird bezweifelt. Für Millionen Haushalte in Baden-Württemberg bedeutet das: Der Heizwinter wird teuer.
Füllstände weit unter dem Zielwert
Rund 22 Prozentpunkte trennen den aktuellen Füllstand vom politisch vereinbarten Niveau. Die Zeit bis November ist knapp, der Rückstand kaum noch aufzuholen. Gleichzeitig steigen die Erdgaspreise an den europäischen Handelsmärkten.
Die EU-Kommission und die Internationale Energieagentur sprechen von einem schwierigen Winter. Die Versorgungssicherheit sei zwar gewährleistet, betonen beide Institutionen. Der Preis dafür dürfte jedoch hoch sein. Europa bleibt stark abhängig von teuren Energieimporten.
Konkrete Folgen für Verbraucher in Baden-Württemberg
Für Haushalte im Südwesten wird der Unterschied direkt spürbar. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden muss mit einer Preissteigerung von rund 16 Prozent rechnen. Als Ursache gelten die gestiegenen Erdgaspreise an den Handelsmärkten. Hohe Ölpreise verteuern außerdem Fernwärme und Heizöl.
Fast 50 Millionen Europäer können ihre Wohnungen in einem normalen Winter nicht ausreichend beheizen. Das hat ein EU-Kommissar öffentlich erklärt. Wer sich das Heizen nicht mehr leisten kann, gerät schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Einkommensschwache Haushalte trifft dieser Druck besonders hart.
Spritpreise auf hohem Niveau
Auch an den Tankstellen bleibt die Lage angespannt. Die Spritpreise haben zuletzt neue Höchststände erreicht. Die Bundesregierung plant, ab Oktober erneut einen Tankrabatt einzuführen. Zum 1. Januar soll ein Spritpreisdeckel folgen. Ob diese Maßnahmen Verbraucher spürbar entlasten, ist offen.
Erneuerbare Energien als Puffer
Ein Teil des Problems lässt sich durch den Ausbau erneuerbarer Energien abfedern. In vielen Monaten stammt mehr als die Hälfte des deutschen Stroms aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse. Die Kohlekraft hat an Bedeutung verloren. Die letzten Kernkraftwerke gingen im April 2023 vom Netz.
Beim Heizen dominieren Gas und Öl weiterhin. Der Umstieg auf Wärmepumpen oder andere alternative Systeme braucht Zeit und Investitionen. Kurzfristig ändert sich für Haushalte, die auf Gas angewiesen sind, kaum etwas.
Branche sieht Versorgung als gesichert an
Die Gasbranche gibt sich gelassen. Die Versorgungssicherheit sei trotz niedriger Speicherstände gewährleistet, heißt es aus der Branche. Engpässe bei der Liefermenge seien nicht zu erwarten. Deutlich steigende Preise bis zum Ende der Heizsaison schließt die Branche allerdings nicht aus.
BW muss sich auf höhere Kosten einstellen
Baden-Württemberg steht vor einem Heizwinter mit erheblichem Kostendruck. Niedrige Speicherstände, hohe Marktpreise und geopolitische Unsicherheit belasten Haushalte und Unternehmen gleichermaßen. Staatliche Maßnahmen wie Tankrabatt und Preisdeckel können den Druck mildern. Einen deutlichen Preisanstieg beim Heizen werden sie kaum verhindern.
