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Im Kreis Ludwigsburg bricht der Wohnungsneubau ein. Laut einer Analyse des Pestel-Instituts aus Hannover verlieren Unternehmen in der Region dadurch rund 76,7 Millionen Euro Umsatz. Betroffen sind vor allem Bauunternehmen, Handwerksbetriebe, Architekten und Planer.
Weniger Baustellen, weniger Aufträge
Der Rückgang beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern trifft die regionale Wirtschaft direkt. Jeder nicht gebaute Neubau bedeutet fehlende Aufträge für Zimmerleute, Elektriker, Installateure und Maler. Das Pestel-Institut hat diese Effekte für Regionen in ganz Deutschland errechnet. Die Zahlen für den Kreis Ludwigsburg sind dabei besonders deutlich.
Der Wert von 76,7 Millionen Euro beschreibt den Umsatzverlust, der durch den gesunkenen Neubau entsteht. Es sind reale Aufträge, die ausbleiben, und reale Betriebe, die darunter leiden.
Eigentum bleibt für viele unerreichbar
Ein wesentlicher Grund für die Bauflaute ist die Finanzierbarkeit. Im Kreis Ludwigsburg sind Immobilienpreise und Zinsniveau seit Jahren hoch. Selbst mit einem durchschnittlichen Einkommen lässt sich ein Haus oder eine Wohnung dort kaum noch allein finanzieren. Viele Familien sind auf Unterstützung angewiesen, etwa durch ein vorgezogenes Erbe.
Das trifft besonders junge Menschen. Wer kein Familienvermögen im Rücken hat, scheidet als Bauherr weitgehend aus. Die Folge: weniger Bauvorhaben, weniger Nachfrage, weniger Umsatz im Handwerk.
Wohneigentumsquote auf Tiefstand
Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist laut Pestel-Institut auf 43,5 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Deutschland liegt damit im europäischen Vergleich weiterhin am unteren Ende.
Der Anstieg der Baupreise hat diesen Prozess beschleunigt. Im Jahr 2022 stiegen die Preise für neue Wohnbauten um 16,3 Prozent. Seither hat sich die Lage für Bauinteressenten kaum entspannt.
Branche unter Druck im ganzen Land
Der Kreis Ludwigsburg ist kein Einzelfall. In anderen Regionen zeigt sich dasselbe Muster. In der Region Rosenheim entstanden 2025 deutlich weniger Wohnungen in neuen Ein- und Zweifamilienhäusern als zu Beginn des Jahrzehnts. Auch dort errechnen Analysten Millionenverluste für die lokale Wirtschaft. In Weiden in der Oberpfalz beläuft sich der Umsatzverlust laut Pestel-Institut auf 10,7 Millionen Euro.
Für das Stuttgarter Umland nennt das Pestel-Institut einen Umsatzverlust von 315 Millionen Euro.
Handwerk und Planer besonders betroffen
Die Verluste treffen nicht alle Betriebe gleich hart. Bauunternehmen und das Ausbauhandwerk sind am stärksten betroffen, weil sie direkt vom Neubau abhängen. Ohne neue Häuser fehlen Aufmaße, Angebote und Aufträge. Architekten und Planungsbüros spüren den Rückgang ebenfalls, weil Bauanfragen ausbleiben.
Viele Handwerksbetriebe im Kreis Ludwigsburg haben in den vergangenen Jahren Personal aufgebaut. Der anhaltende Rückgang beim Neubau setzt diese Kapazitäten unter Druck.
Wirtschaftliche Belastung
Die Wohnbaukrise im Kreis Ludwigsburg ist eine handfeste wirtschaftliche Belastung. Fast 77 Millionen Euro fehlen der regionalen Wirtschaft, weil Bauprojekte nicht realisiert werden. Solange Baukosten und Finanzierungshürden hoch bleiben, dürfte sich daran wenig ändern. Für Handwerk und Bauwirtschaft in der Region bleibt die Lage angespannt.
