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Die Koehler-Gruppe aus Oberkirch übernimmt die Zollikofer-Gruppe und wird damit zu einem der größten Biomasseanbieter in Deutschland. Mit dem Zukauf sichert sich der Konzern die Rohstoffversorgung für seine Papierfabriken und Kraftwerke langfristig selbst.
Vom Papierhersteller zum integrierten Energiekonzern
Die Koehler-Gruppe ist seit über 215 Jahren in der Papierbranche tätig und gehört zu den wenigen verbliebenen unabhängigen deutschen Familienunternehmen in der Papierindustrie. Der Hauptsitz liegt in Oberkirch in Baden-Württemberg.
Koehler stellt Spezialpapiere her und betreibt eigene Biomassekraftwerke. Eines davon steht in Oberkirch und wurde für über 70 Millionen Euro aus einem ehemaligen Steinkohlekraftwerk umgebaut.
Mit der Übernahme der Zollikofer-Gruppe verschafft sich Koehler direkten Zugang zu Biomasse und verringert die Abhängigkeit von externen Lieferanten. Holz ist der zentrale Rohstoff sowohl für die Spezialpapierproduktion als auch für den Kraftwerksbetrieb.
Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette
Koehler verfolgt seit Jahren das Prinzip der vertikalen Integration und will möglichst viele Produktionsstufen selbst kontrollieren. Die Digitalisierung der Werke in Oberkirch ist dabei ein wesentlicher Baustein.
Digitale Systeme erhöhen die Produktivität in den Papierfabriken und schaffen die technische Grundlage für weitergehende Automatisierung. In der Branche gilt Koehler als Vorreiter beim Einsatz digitaler Produktionssteuerung.
Die Übernahme der Zollikofer-Gruppe ergänzt diese Strategie auf der Rohstoffseite. Da Koehler Holz sowohl für die Papierherstellung als auch als Brennstoff benötigt, ist eine gesicherte Versorgung betriebskritisch.
Internationale Expansion
Koehler wächst auch außerhalb Deutschlands. Das Unternehmen hat den US-amerikanischen Hersteller Beaver Paper and Graphic Media aus Atlanta übernommen. Beaver Paper produziert Sublimationsmedien, also Spezialpapiere für den Digitaldruck.
Mit dieser Akquisition erschloss Koehler den nordamerikanischen Markt für Spezialpapiere. Das Muster ist dabei klar: Koehler kauft Unternehmen, die entweder die Rohstoffbasis stärken oder das Produktportfolio erweitern.
Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell
Die Koehler-Gruppe ist Mitglied in einer Initiative zur klimapositiven Waldwirtschaft. Als Betreiber von Biomassekraftwerken ist das Unternehmen auf die nachhaltige Verfügbarkeit von Holzressourcen angewiesen.
Die Übernahme der Zollikofer-Gruppe passt auch in diesen Zusammenhang: Wer die Biomasseerzeugung selbst kontrolliert, kann Nachhaltigkeitsstandards entlang der gesamten Lieferkette direkt beeinflussen.
Fazit
Koehler verbindet vertikale Integration mit internationaler Expansion. Die Übernahme der Zollikofer-Gruppe stärkt die Rohstoffbasis und macht den Spezialpapier-Hersteller aus dem Ortenaukreis zu einem der größten Biomasseanbieter in Deutschland.
