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Wer Mütter früh in den Beruf zurückbringt, erhöht ihr Lebenseinkommen dauerhaft. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten wirkt sich demnach weit über die Kita-Zeit hinaus positiv auf das Einkommen von Frauen aus.
Geburt kostet Mütter noch immer Verdienst
Mütter übernehmen nach der Geburt des ersten Kindes nach wie vor den Großteil der Betreuungsarbeit. Sie reduzieren dafür ihre Erwerbstätigkeit, was häufig langfristige Folgen für ihr Einkommen hat. Dieser sogenannte „Child Penalty“ ist in Deutschland besonders ausgeprägt.
Die Studie zeigt: Frauen, die nach der Geburt schneller und in größerem Umfang arbeiten können, holen den Einkommensrückstand über die Jahre auf. Voraussetzung dafür ist der Zugang zu einem Betreuungsplatz.
Elterngeldreform 2007
Die Untersuchung identifiziert die Elterngeldreform aus dem Jahr 2007 als wichtigen Einschnitt. Seit der Reform erzielen Mütter höhere Einkommen als zuvor. 56 Prozent des gesamten Rückgangs bei Erwerbseinbußen lassen sich auf diese Veränderungen zurückführen.
Die Reform setzte Anreize für eine frühere Rückkehr in den Beruf. Gleichzeitig wurde der Ausbau der Kinderbetreuung politisch vorangetrieben. Beides zusammen veränderte das Erwerbsverhalten von Müttern spürbar.
Wirkung reicht über Kita-Zeit hinaus
Die positiven Effekte enden laut der Studie nicht mit dem Kindergartenalter. Wer früh in den Beruf zurückfindet, baut Karriere und Gehalt kontinuierlich auf.
Regionale Unterschiede sind dabei erheblich. In Regionen mit besserem Betreuungsangebot profitieren Mütter stärker. Das gilt auch für Baden-Württemberg, wo das Angebot an Kita-Plätzen je nach Landkreis stark schwankt.
Relevanz für den Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg
Für die Wirtschaft im Südwesten hat die Studie konkrete Bedeutung. Baden-Württemberg kämpft mit einem ausgeprägten Fachkräftemangel. Gut ausgebildete Mütter, die nach der Geburt schnell wieder arbeiten, sind ein wichtiges Potenzial.
Viele Unternehmen im Land haben das erkannt. Betriebliche Kinderbetreuung und flexible Arbeitsmodelle gehören in größeren Firmen oft zum Angebot. Kleinere Mittelständler stoßen hier jedoch an Grenzen.
Infrastruktur als Standortfaktor
Die Studie liefert ein klares Argument: Investitionen in Kinderbetreuung sind keine reine Sozialpolitik, sondern Wirtschaftspolitik. Regionen mit ausreichend Betreuungsplätzen sichern sich qualifizierte Arbeitskräfte.
Für Kommunen im Land bedeutet das: Der Ausbau von Kitas zahlt sich nicht nur für Familien aus. Er stärkt den lokalen Arbeitsmarkt und die Steuereinnahmen langfristig.
Fazit
Die IAB-Studie liefert klare Belege für den wirtschaftlichen Nutzen von Kinderbetreuung. Mütter verdienen mehr, wenn sie früher und in größerem Umfang arbeiten können. Die Reform von 2007 war ein wichtiger Schritt. Der weitere Ausbau der Betreuungsinfrastruktur bleibt eine zentrale Aufgabe, auch für Baden-Württemberg.
