Rückenwind aus dem Breisgau: Das Werk Herbolzheim des Mulfinger Luft- und Heiztechnikspezialisten ebm-papst entwickelt sich besser als erwartet. Das Kerngeschäft wächst stärker als prognostiziert. Der Auslöser ist der weltweite Boom bei Rechenzentren, der durch den Aufstieg künstlicher Intelligenz angeheizt wird. Das Unternehmen reagiert und schreibt neue Stellen aus.
Von Automotive zurück zu den Wurzeln
Das Werk in Herbolzheim hat in den vergangenen Jahren einen markanten Wandel durchlaufen. Im Jahr 2012 baute ebm-papst den Standort gezielt zum Automotive-Werk um. Der Fokus lag auf der Zulieferung für die Automobilindustrie. Doch diese Strategie gehört der Vergangenheit an.
Die Unternehmensgruppe beschloss den Ausstieg aus dem Automobilgeschäft. Auftragsrückgänge in der Branche hatten den Schritt beschleunigt. Herbolzheim kehrte daraufhin zu seinem ursprünglichen Kerngeschäft zurück: der Produktion von Elektromotoren und Ventilatoren.
Produktionsleiter Matthias Theobald zeigte sich zuversichtlich. Der Standort sei weiterhin ein wichtiger Teil der ebm-papst-Gruppe. Die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Werken solle dabei enger werden.
Rechenzentren als neuer Wachstumsmotor
Ventilatoren für Rechenzentren sind derzeit eines der gefragtesten Produkte von ebm-papst. Moderne Rechenzentren benötigen leistungsstarke Kühltechnik. Der globale Ausbau der KI-Infrastruktur treibt die Nachfrage massiv an.
ebm-papst produziert entsprechende Hochleistungsventilatoren. Am Hauptsitz in Mulfingen werden dafür bereits neue Stellen geschaffen. Auch das Werk Herbolzheim profitiert von dieser Entwicklung. Das Unternehmen sucht aktiv nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Über 600 Motorvarianten im südbadischen Werk
In Herbolzheim laufen mehrere Fertigungsinseln für die Motorenbaureihe BG112. Die Bezeichnung steht für eine Baugröße von 112 Millimetern Durchmesser. Insgesamt produziert der Standort mehr als 600 Varianten dieses Motors.
Diese Vielfalt zeigt den technologischen Anspruch des Werkes. Herbolzheim gilt innerhalb der Gruppe als Kompetenzstandort für kompakte Antriebstechnik. Die breite Variantenpalette ermöglicht es, unterschiedlichste Kundenwünsche zu bedienen.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Leitlinien
ebm-papst richtet seine Strategie konsequent auf intelligente und klimafreundliche Technologien aus. Das Werk Herbolzheim wird entsprechend umgerüstet. Digitale Fertigungsprozesse spielen dabei eine zentrale Rolle.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Mulfingen beschäftigt weltweit mehrere tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Deutschland unterhält die Gruppe mehrere Werke, darunter Herbolzheim, Mulfingen und St. Georgen im Schwarzwald.
Fazit
Der Standort Herbolzheim hat seinen Wandel vollzogen. Das Ende des Automotive-Kapitels war kein Rückschlag, sondern eine Weichenstellung. Der KI-getriebene Nachfrageboom bei Rechenzentrumstechnik kommt ebm-papst genau zum richtigen Zeitpunkt. Wer qualifizierte Arbeit in der Produktionstechnik sucht, findet im südbadischen Herbolzheim offenbar konkrete Möglichkeiten.
