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Peking blockiert die Arbeit der EU-Kommission. China hat Unternehmen und Einzelpersonen verboten, bestimmte Auskunftsersuchen der Europäischen Union zu beantworten. Es geht um einen der größten Handelskonflikte zwischen Brüssel und Peking seit Jahren: die geplante Übernahme von Ceconomy durch den chinesischen Onlinehändler JD.com.
Was hinter dem Streit steckt
Ceconomy ist die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn. Das Unternehmen betreibt hunderte Elektronikfachmärkte in ganz Europa, darunter viele Standorte in Baden-Württemberg. JD.com, einer der größten Onlinehändler Chinas, will Ceconomy übernehmen.
Die EU-Kommission leitete im Mai 2026 eine Untersuchung ein. Sie prüft, ob JD.com von staatlichen Subventionen aus Peking profitiert hat. Solche Subventionen könnten dem Unternehmen beim Kauf einen unfairen Vorteil verschaffen. Grundlage ist das europäische Instrument zur Kontrolle ausländischer Subventionen.
Peking kritisiert die Untersuchung scharf. Die chinesische Regierung bezeichnete das Verfahren als ungerechtfertigt und ordnete an, dass chinesische Stellen der EU keine Informationen liefern dürfen, die Brüssel für die Prüfung angefragt hat.
Ein neues Werkzeug aus Brüssel
Die EU setzt damit ein relativ neues Instrument ein. Das Subventionskontrollreglement erlaubt der Kommission seit 2023, Übernahmen auf staatliche Beihilfen aus Drittstaaten zu untersuchen. Es richtet sich gegen unfaire Wettbewerbsvorteile durch staatlich gesteuerte Konzerne.
Für europäische Mittelständler ist das Thema brisant. Viele Unternehmen aus dem deutschen Handel oder der Zulieferbranche stehen in direktem Wettbewerb mit chinesischen Konzernen. Wenn staatlich subventionierte Anbieter europäische Infrastruktur übernehmen, verändert das die Marktstruktur grundlegend.
Was das für den deutschen Einzelhandel bedeutet
MediaMarkt und Saturn sind feste Größen im deutschen Einzelhandel. In Baden-Württemberg betreibt Ceconomy zahlreiche Filialen. Eine Übernahme durch JD.com würde bedeuten: Ein chinesischer Konzern kontrolliert einen wesentlichen Teil des stationären Elektronikhandels in Deutschland.
Für lokale Händler und Zulieferer wäre das eine neue Ausgangslage. Einkaufsentscheidungen, Sortimentspolitik und Lieferantenverträge könnten sich verschieben. Ob und in welche Richtung, hängt vom Ausgang der EU-Prüfung ab.
Peking und Brüssel: Zwei gegensätzliche Positionen
Der Konflikt zeigt ein grundsätzliches Problem. Die EU behandelt China nicht mehr als reinen Handelspartner. Brüssel stuft Peking als systemischen Rivalen ein. Diese Haltung prägt nun auch die Bewertung von Unternehmensübernahmen.
China sieht in den EU-Untersuchungen eine politisch motivierte Einmischung. Das Verbot, der EU Informationen zu liefern, ist eine direkte Gegenmaßnahme. Peking signalisiert damit, dass es nicht widerstandslos kooperieren wird.
Dieser Kurs birgt Risiken für beide Seiten. Europa ist auf chinesische Lieferketten angewiesen. China braucht den europäischen Markt. Dennoch eskaliert der Streit.
Das Subventionsinstrument auf dem Prüfstand
Die Reaktion aus Peking zeigt: Das EU-Instrument löst Gegenwehr aus. Ob die Kommission ohne chinesische Kooperation genügend Informationen für ein abschließendes Urteil sammeln kann, ist offen.
Brüssel hat in solchen Fällen die Möglichkeit, auf Basis verfügbarer Informationen zu entscheiden. Das kann zu einer Blockade der Übernahme führen, aber auch ein langwieriges Verfahren mit ungewissem Ausgang werden.
Ein Streit mit Signalwirkung
Der Konflikt um Ceconomy zeigt, wie ernst die EU ihre neuen Instrumente nimmt. Und er zeigt, dass Peking bereit ist, diese Instrumente aktiv zu untergraben. Für Unternehmen in Baden-Württemberg, die mit chinesischen Partnern oder Wettbewerbern zu tun haben, verschiebt das die Spielregeln im internationalen Handel.
