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Der Hohenlohekreis zählt rund 113.000 Einwohner. Er ist damit der kleinste aller 44 Landkreise in Baden-Württemberg. Was die Wirtschaftskraft betrifft, liegt die Region jedoch weit vorn: Gemessen an der Einwohnerzahl hat kein anderer Landkreis im Land eine höhere Dichte an Weltmarktführern.
Ein Landkreis, zwei Wurzeln
Der Hohenlohekreis entstand 1973 im Zuge der großen Kreisreform in Baden-Württemberg. Grundlage bildeten die Altkreise Öhringen und Künzelsau, deren Rechtsnachfolger er bis heute ist. Die Region liegt im nordöstlichen Teil des Landes, zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall.
Die Landschaft ist ländlich geprägt. Schlösser, Burgen und weite Felder bestimmen das Bild. Dahinter findet sich eine dichte Unternehmenslandschaft.
Weltmarktführer auf engstem Raum
Baden-Württemberg gilt als das Bundesland mit den meisten global erfolgreichen Unternehmen in Deutschland. Der Hohenlohekreis ist dabei das extremste Beispiel auf Kreisebene.
Mehrere mittelständische Unternehmen aus der Region behaupten sich in globalen Nischenmärkten als klare Marktführer. Sie produzieren oft spezialisierte Maschinen, Werkzeuge oder technische Komponenten, die weltweit Abnehmer finden, obwohl die Firmen ihren Sitz in kleinen Gemeinden haben.
Das entspricht dem klassischen Muster des deutschen Mittelstands: Familienunternehmen, die über Jahrzehnte Nischen besetzt und technologisch ausgebaut haben.
Das Modell: Spezialisierung statt Masse
Viele dieser Unternehmen sind seit Generationen in Familienhand. Sie investieren kontinuierlich in Forschung und Entwicklung und pflegen enge Beziehungen zu Facharbeitern vor Ort. Die Fluktuation ist gering, das Know-how bleibt im Betrieb.
Die Exportorientierung ist ausgeprägt. Unternehmen aus dem Hohenlohekreis liefern in alle Teile der Welt, während die Heimatgemeinde Produktionsstätte und Hauptsitz bleibt. Das sichert Arbeitsplätze in der Region.
Dieser Ansatz ist typisch für Baden-Württemberg insgesamt. Das Land hat die höchste Dichte an industriellen Weltmarktführern aller deutschen Bundesländer. Der Hohenlohekreis treibt dieses Prinzip auf die Spitze.
Strukturelle Stärken der Region
Die Infrastruktur ist solide ausgebaut. Straßen- und Schienenanbindungen verbinden den Kreis mit den Wirtschaftszentren Heilbronn und Stuttgart.
Die Unternehmen profitieren von einem dichten Netz an Berufsschulen und dualen Ausbildungsangeboten. Fachkräfte werden oft direkt im Kreis ausgebildet und bleiben dort beschäftigt.
Die historisch gewachsene Unternehmenskultur fördert Eigenverantwortung und Beständigkeit. Kurzfristige Renditeziele spielen in vielen dieser Familienbetriebe eine untergeordnete Rolle; langfristige Marktstellung hat Vorrang.
Herausforderungen bleiben
Der Hohenlohekreis steht vor denselben Problemen wie der gesamte Mittelstand im Land. Der Fachkräftemangel macht auch vor ländlichen Regionen nicht halt. Jüngere Arbeitnehmer zieht es häufig in städtische Zentren.
Digitalisierung und Automatisierung verändern Produktionsprozesse grundlegend. Wer nicht investiert, verliert mittelfristig seinen Vorsprung.
Viele Unternehmen im Kreis haben diese Transformation bereits begonnen. Sie modernisieren Maschinen, bauen digitale Steuerungssysteme auf und erschließen neue Märkte.
Fazit
Der Hohenlohekreis ist ein Paradebeispiel für die wirtschaftliche Stärke des deutschen Mittelstands. Klein in der Einwohnerzahl, groß in der globalen Wirkung. Das Erfolgsmodell basiert auf Spezialisierung, Kontinuität und technischer Exzellenz.
