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Baden-Württembergs Handwerk wartet weiter auf Besserung. Während die Industrie im Land laut aktuellen Daten wieder Tritt fasst und das Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2026 real um 1,4 Prozent gewachsen ist, kommt diese Erholung im Handwerk nicht an. Das stellt der Dachverband der Handwerksorganisationen im Südwesten, Handwerk BW, fest.
Stimmung angespannt, Aussichten trüb
Die Handwerksbetriebe im Land berichten von anhaltend schwieriger Lage. Der Verband spricht von einer angespannten Stimmung. Wirtschaftsforscher hatten zuletzt einen leichten Aufschwung für die Gesamtwirtschaft gemeldet. Im Handwerk ist davon wenig zu spüren.
Besonders hart trifft es das Bauhandwerk. Der Wohnungsbau steckt nach Einschätzung der Bauwirtschaft in einer tiefen Krise. Hohe Auflagen und gestiegene Kosten belasten Bauherren und Unternehmen gleichermaßen. Verbandspräsident Böll sprach von einer „Liste des Schreckens“ und warnte vor den Folgen immer teureren Bauens für den Südwesten.
Das Bauhandwerk richtet seinen Blick auf Landesbauministerin Theresa Schopper. Von ihr erhofft sich die Branche Entlastung bei Auflagen und Kosten. Konkrete Maßnahmen stehen bislang aus.
Industrie erholt sich, Handwerk bleibt zurück
Der Kontrast innerhalb der Landeswirtschaft ist deutlich. Die Industrie befindet sich im bisherigen Jahresverlauf 2026 auf einem vorsichtigen Erholungskurs. Das Wirtschaftsministerium spricht von einer spürbaren Aufhellung der Stimmung in der Gesamtwirtschaft des Landes.
Das Baugewerbe hingegen schrumpft weiter und zieht das Handwerk insgesamt nach unten. Viele Betriebe kämpfen mit fehlenden Aufträgen, hohen Betriebskosten und dem Fachkräftemangel.
Strukturelle Belastungen bleiben bestehen
Das Handwerk in Baden-Württemberg leidet nicht nur unter der Konjunktur. Bürokratische Belastungen und Energiekosten belasten die Betriebe dauerhaft. Viele Handwerksunternehmen sind kleine und mittlere Betriebe mit weniger Spielraum bei Kostensteigerungen als Großunternehmen.
Handwerk BW vertritt diese Betriebe gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Der Verband fordert gezielte Entlastungen und den Abbau von Bürokratie. Konkrete gesetzliche Änderungen hat er bislang nicht erreicht.
Betriebe bleiben skeptisch
Die Zukunftserwartungen der Handwerksbetriebe fallen verhalten aus. Eine breite Erholung erwarten die Unternehmen kurzfristig nicht. Solange die Baukonjunktur schwächelt, bleibt auch das Bauhandwerk unter Druck.
Für das produzierende Handwerk und die Kfz-Branche gibt es vereinzelt positive Signale. Die wirtschaftliche Aufhellung in der Industrie könnte mittelfristig auch dort ankommen.
