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Das Bundeswirtschaftsministerium sieht derzeit keine Gefahr einer Gasmangellage. Nach aktuellem Erkenntnisstand sei eine Versorgungskrise im Winter nicht zu erwarten. Das teilte das Ministerium am 20. August mit.
Speicher etwa zur Hälfte gefüllt
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit rund zur Hälfte gefüllt. Das Ministerium betont jedoch: Der Füllstand allein sichert die Versorgung nicht. Auch alternative Importwege spielen eine Rolle.
Deutschland bezieht Gas unter anderem aus Norwegen und über Flüssiggas-Terminals, sogenannte LNG-Importe. Die breitere Aufstellung bei den Lieferquellen hat die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern verringert. Das Ministerium sieht darin ein wichtiges Sicherheitselement.
Wirtschaft steht zuerst in der Pflicht
Bei möglichen Engpässen ist die Industrie zuerst gefordert. So sieht es die bestehende Notfallordnung vor. Privathaushalte und soziale Einrichtungen haben einen besonderen Schutzstatus. Sie würden bei einer Gasmangellage zuletzt abgeschaltet.
Das Ministerium bereitet sich dennoch auf alle Szenarien vor. Konkrete Notfallpläne existieren. Im Ernstfall kann die Bundesregierung per Verordnung Einsparvorgaben für Industriebetriebe festlegen.
Energiepartnerschaft als zusätzlicher Puffer
Parallel werden neue Konzepte zur Versorgungssicherheit erprobt. Eine Energiepartnerschaft zwischen Landwirtschaft und Industrie soll mehr Flexibilität schaffen. Durch den Ausbau von Biogasanlagen könnten bis zu 30 Prozent mehr Strom und Wärme erzeugt werden. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus sieht darin ein sinnvolles Instrument. Bürokratische Hürden sollen dafür rasch abgebaut werden.
Bedeutung für Baden-Württemberg
Baden-Württemberg ist als Industriestandort auf eine stabile Gasversorgung angewiesen. Die Region hat zahlreiche energieintensive Betriebe aus dem Maschinenbau, der Automobilindustrie und der chemischen Industrie. Engpässe würden die Produktion direkt treffen.
Die Industrie im Land hat in den vergangenen Jahren Erfahrung mit Einsparmaßnahmen gesammelt. Viele Betriebe haben ihre Energieeffizienz verbessert und Verbrauchsspitzen reduziert.
Fazit
Die Lage am Gasmarkt ist stabil. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärt, eine Krise wie in früheren Jahren drohe derzeit nicht. Die Vorbereitung auf Engpässe bleibt dennoch fester Bestandteil der Energiepolitik. Für die Industrie in Baden-Württemberg bedeutet das: Eigenverantwortung bei der Versorgungssicherheit bleibt Pflicht.
