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Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik baut bis 2029 weltweit 3.200 Stellen ab. Allein in Deutschland trifft es 2.150 Beschäftigte. Gleichzeitig richtet das Unternehmen seine deutschen Produktionsstandorte neu aus. Der Standort Rheinfelden in Baden-Württemberg gehört zu den Gewinnern dieses Umbaus.
Massiver Stellenabbau in Deutschland
Evonik hat den geplanten Stellenabbau offiziell bestätigt. Von den 3.200 betroffenen Stellen weltweit entfallen 2.150 auf Deutschland. Das Unternehmen begründet den Schritt mit seinem konzernweiten Umbauprogramm und will eine schlankere, fokussiertere Struktur erreichen.
Außerdem plant Evonik den Verkauf zweier Konzerntöchter: Die Sparten Oxeno und Syneqt stehen zum Verkauf. Der Konzern will sich stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Die Ankündigung ließ den Aktienkurs des Unternehmens steigen.
Sechs Standorte erhalten klare Profile
Evonik definiert für jeden seiner sechs großen deutschen Produktionsstandorte ein eigenes Profil. Jeder Standort soll in den kommenden Jahren gezielt weiterentwickelt werden, das Konzept sieht eine klare Aufgabenteilung zwischen den Werken vor.
Für einzelne Standorte hat das Konsequenzen. Die Werke in Hamburg und Bitterfeld werden aufgegeben, ihre Produktionsaufgaben auf andere Standorte verteilt. Kunden sollen künftig verstärkt vom Standort Rheinfelden beliefert werden.
Rheinfelden übernimmt Produktion aus Hamburg und Bitterfeld
Das Werk in Rheinfelden am Hochrhein gehört zu den sechs verbleibenden Kernstandorten von Evonik in Deutschland. Der Standort beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit dem Umbau erhält Rheinfelden zusätzliche Produktionsaufgaben.
Evonik verlagert Produktionslinien aus den schließenden Werken nach Rheinfelden. Konkrete Angaben zu den übernommenen Produkten oder dem Umfang der Verlagerung hat Evonik bisher nicht vollständig offengelegt.
Unsicherheit für Belegschaft bleibt
Trotz der positiven Signale für Rheinfelden bleibt die Lage für die Belegschaft unübersichtlich. Das Unternehmen kommuniziert in allgemeinen Begriffen. Was der neue Standortfokus konkret für die rund 1.200 Beschäftigten bedeutet, ist offen.
Die Neuausrichtung betrifft nicht nur die Produktion. Auch Verwaltung und Servicefunktionen sind vom Stellenabbau betroffen. Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern dürften in den kommenden Monaten intensiver werden.
Evonik unter Druck
Der Konzern aus Essen steht seit Längerem unter wirtschaftlichem Druck. Die Chemieindustrie in Deutschland kämpft mit hohen Energiekosten und schwacher Nachfrage. Evonik reagiert mit Kostensparprogrammen und dem Verkauf von Unternehmensteilen.
Der Verkauf von Oxeno und Syneqt soll zusätzliche Mittel freimachen. Das Unternehmen setzt auf Spezialchemie mit höheren Margen. Breite Standardprodukte sollen aus dem Portfolio verschwinden.
Fazit
Der Umbau bei Evonik ist tiefgreifend. Tausende Stellen fallen weg, zwei Standorte schließen. Rheinfelden gehört zu den Werken, die gestärkt aus dem Prozess hervorgehen sollen. Für die Beschäftigten vor Ort bleiben viele Fragen offen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie konkret die Pläne für das Werk am Hochrhein ausfallen.
