Das Land Baden-Württemberg unterstützt Unternehmen und Einrichtungen künftig gezielt beim Weg zur Klimaneutralität. Mit dem neuen Förderaufruf „Energiefahrplan“ bezuschusst das Land Beratungsleistungen für Dekarbonisierungskonzepte. Die gestiegenen Preise für fossile Energieträger machen den Handlungsdruck für Betriebe deutlich spürbar.
Hintergrund: Fossile Energien verteuern sich
Geopolitische Krisen und wirtschaftliche Verwerfungen haben die Kosten für Öl, Gas und Kohle in den vergangenen Jahren stark erhöht. Betriebe, die stark von fossilen Energieträgern abhängig sind, geraten unter Druck. Die Anfälligkeit gegenüber Preisschwankungen ist für viele Unternehmen ein reales Geschäftsrisiko geworden. Das Land sieht darin einen Anlass zum Handeln.
Das Umweltministerium und die Landesagentur Umwelttechnik BW bündeln ihr Angebot für Unternehmen rund um das Thema nachhaltiges Wirtschaften. Beratung, Vernetzung und Förderung sollen gezielt zusammengeführt werden. Der neue Förderaufruf ist Teil dieser Strategie.
Was der „Energiefahrplan“ konkret bietet
Der Förderaufruf „Energiefahrplan“ richtet sich an Unternehmen und Einrichtungen in Baden-Württemberg. Gefördert werden externe Beratungsleistungen, die auf die Entwicklung individueller Dekarbonisierungskonzepte abzielen. Ziel ist ein strukturierter Plan zur schrittweisen Reduktion von CO2-Emissionen im Betrieb.
Das Programm knüpft an bestehende Förderansätze des Landes an. Bereits im Rahmen von Klimaschutz-Plus werden Beratungsleistungen für Kommunen mit bis zu 75 Prozent des Tagessatzes bezuschusst, maximal 750 Euro pro Beratertag. Vergleichbare Fördersätze dürften auch beim Energiefahrplan eine Rolle spielen, auch wenn die genauen Konditionen je nach Programmausgestaltung variieren können.
Auch Landesverwaltung setzt auf Dekarbonisierungspläne
Parallel dazu treibt das Land die Dekarbonisierung der eigenen Liegenschaften voran. Das Finanzministerium entwickelt für große Gebäude der Landesverwaltung eigene Dekarbonisierungskonzepte und Sanierungsfahrpläne. Die Sanierungsquote soll erhöht werden. Der öffentliche Sektor soll damit als Vorbild für private Unternehmen wirken.
Breiteres Ökosystem: Startups und Kommunen eingebunden
Der Förderaufruf steht nicht isoliert. Das Land hat in den vergangenen Jahren ein dichtes Netz an Unterstützungsangeboten geknüpft. Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg betreibt eine eigene Förderdatenbank für Kommunen. Dort finden Städte und Gemeinden gezielt passende Programme.
Für Gründerinnen und Gründer existiert das Green Start-up-Programm. Es fördert Unternehmensgründungen, die wirtschaftlich tragfähige Lösungen für Umwelt und Nachhaltigkeit entwickeln. Innovative Geschäftsmodelle im Bereich sauberer Energie oder ressourcenschonender Produktion können so frühzeitig Unterstützung erhalten.
Handwerksbetriebe und kleine und mittelständische Unternehmen können zudem das Exportberatungsprogramm Baden-Württemberg nutzen. Es fördert externe Beratungsleistungen für den Markteintritt im Ausland. Damit erschließt das Land auch international neue Absatzmärkte für klimafreundliche Produkte und Technologien aus dem Südwesten.
Mittelstand im Fokus
Besonders der Mittelstand steht im Zentrum der Bemühungen. Viele kleine und mittelgroße Betriebe in Baden-Württemberg verfügen nicht über eigene Expertenkapazitäten für komplexe Energie- und Klimathemen. Externe Beratung ist für sie der realistischste Weg, um valide Klimastrategien zu entwickeln. Genau hier setzt der Energiefahrplan an.
Die Landesagentur Umwelttechnik BW begleitet Unternehmen dabei fachlich. Sie vernetzt Betriebe mit geeigneten Beratungsangeboten und informiert über aktuelle Fördermöglichkeiten. Das Netzwerk aus Ministerien, Agenturen und Förderbanken soll dafür sorgen, dass Unternehmen die richtigen Anlaufstellen schnell finden.
Fazit
Baden-Württemberg setzt mit dem Energiefahrplan ein klares Signal: Der Weg zur Klimaneutralität soll für Unternehmen kein Alleingang sein. Das Land stellt finanzielle Mittel bereit und baut gleichzeitig sein Beratungs- und Vernetzungsangebot weiter aus. Für Betriebe, die ihre Energiekosten langfristig senken und ihre CO2-Bilanz verbessern wollen, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Förderprogramme des Landes.
