Mit mehr als 300 vermittelten Nachwuchskräften zieht die EnBW Energie Baden-Württemberg AG eine positive Bilanz. Das Berufsintegrationsprogramm des Karlsruher Energiekonzerns besteht seit 2016. Seitdem erhalten Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund gezielt Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung im Unternehmen.
Ein Programm mit klarem Auftrag
Das Berufsintegrationsprogramm der EnBW wurde 2016 ins Leben gerufen. Der Hintergrund war die damalige Zuwanderungssituation in Deutschland. Viele Menschen kamen neu ins Land und suchten Einstiegsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt.
EnBW reagierte mit einem strukturierten Angebot. Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden begleitet, gefördert und auf konkrete Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnisse vorbereitet. Das Programm richtet sich an Geflüchtete sowie Menschen mit Migrationshintergrund.
Einer der Teilnehmer ist Amer Alenklizi. Er arbeitet heute als Mitarbeiter im RDK, dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk in Karlsruhe. Sein Werdegang steht beispielhaft für das, was das Programm leisten soll: einen nachhaltigen Einstieg in den Berufsalltag eines deutschen Großunternehmens.
Fachkräftebedarf trifft auf Integrationspotenzial
Der Energiesektor steht vor einem massiven Personalaufbau. EnBW hat bereits kommuniziert, bis 2026 fast 10.000 Stellen besetzen zu müssen. Die Energiewende erfordert Fachkräfte in vielen Bereichen: von der Netzinfrastruktur über erneuerbare Energien bis zum Kraftwerksbetrieb.
Das Berufsintegrationsprogramm ist dabei kein isoliertes Sozialprojekt. Es ist Teil einer breiteren Personalstrategie. EnBW erschließt damit gezielt ein Reservoir an motivierten Talenten, das auf dem klassischen Ausbildungsmarkt oft nicht erreicht wird.
Gleichzeitig meldete EnBW zuletzt Rekordzahlen bei der Regelausbildung. Mit 316 beziehungsweise 317 neuen Nachwuchskräften starteten EnBW und die Tochtergesellschaft Netze BW den stärksten Ausbildungsjahrgang seit über zehn Jahren. Ausgebildet wird mit modernen Methoden: Virtual Reality, Drohnen und individuelle Betreuung gehören zum Standard.
Zehn Jahre Programm: Was bleibt
Das zehnjährige Jubiläum ist ein Anlass zur Bilanzierung. Mehr als 300 Menschen haben über das Programm einen Einstieg in den Arbeitsmarkt gefunden. Das ist eine konkrete Zahl mit konkreter Wirkung.
Für ein Unternehmen der Größenordnung von EnBW ist das Programm kein Hochglanzprojekt. Es ist operativer Bestandteil der Personalarbeit. Die Kosten und der Aufwand für Betreuung, Sprachförderung und individuelle Begleitung sind erheblich. Der Nutzen liegt auf beiden Seiten.
Für die Teilnehmenden bedeutet eine Stelle bei EnBW Planungssicherheit und berufliche Perspektive. Für das Unternehmen bedeutet es Zugang zu engagierten Mitarbeitenden in einem angespannten Arbeitsmarktumfeld.
Ansatz mit Nachahmpotenzial
Baden-Württemberg ist ein Industrieland mit einem der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Deutschland. Gleichzeitig fehlen in vielen Branchen Fachkräfte. Energieversorger, Maschinenbauer und Logistiker konkurrieren um dieselben Talente.
Der EnBW-Ansatz zeigt, dass Integration und Fachkräftesicherung kein Widerspruch sind. Beide Ziele lassen sich mit einem strukturierten Programm verbinden. Was EnBW seit zehn Jahren praktiziert, ist für andere mittelständische Unternehmen in der Region ein praxiserprobtes Modell.
Fazit: Langfristiges Engagement zahlt sich aus
Zehn Jahre Berufsintegrationsprogramm und über 300 vermittelte Personen: EnBW hat bewiesen, dass Arbeitsmarktintegration planbar und skalierbar ist. Das Programm läuft parallel zu einem der stärksten Ausbildungsjahrgänge der Unternehmensgeschichte. Karlsruhe zeigt damit, wie ein Energiekonzern Verantwortung und wirtschaftliches Kalkül verbindet. Für den Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg ist das ein deutliches Signal.
