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Der Energiekonzern EnBW aus Karlsruhe hat im ersten Halbjahr 2026 weniger Gewinn erzielt. Der bereinigte Konzernüberschuss sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp sechs Prozent auf 594,7 Millionen Euro. Zwei Faktoren belasten das Ergebnis besonders: der Kohleausstieg und anhaltende Trockenheit.
Trockenheit trifft Wasserkraft
Laufwasserkraftwerke sind auf ausreichend Wasser in den Flüssen angewiesen. Die Trockenheit im ersten Halbjahr 2026 hat die Produktion dieser Anlagen gedrosselt. Damit sind Einnahmen weggebrochen, die EnBW in normalen Jahren verlässlich einplant. Das Wetter ist ein Risikofaktor, den der Konzern kaum steuern kann.
Der Kohleausstieg reduziert die Einnahmen aus konventioneller Stromerzeugung. Kohlekraftwerke liefen in der Vergangenheit als verlässliche Einnahmequelle. Dieser Beitrag schwindet planmäßig.
Erneuerbare Energien als Gegengewicht
Der Bereich Erneuerbare Energien steigerte seinen Gewinnbeitrag im ersten Halbjahr. Wind- und Solaranlagen liefern wachsende Erträge.
Volatile Strompreise haben das Gesamtergebnis belastet und erschweren die Planung für Energieversorger. EnBW ist davon direkt betroffen.
Jahresprognose bleibt bestehen
Trotz des Gewinnrückgangs hält EnBW an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest. Der Konzern geht davon aus, dass sich das Ergebnis im zweiten Halbjahr stabilisiert. Die erneuerbaren Energien sollen dazu beitragen, den Rückstand aufzuholen.
Die Aktie reagierte auf die Zahlen positiv. Ein Minus von knapp sechs Prozent beim bereinigten Überschuss ist kein Einbruch, sondern das Ergebnis konkreter Belastungsfaktoren.
Transformationskosten prägen das Bild
EnBW investiert stark in Wind- und Solarkapazitäten sowie in Netzinfrastruktur. Diese Investitionen kosten kurzfristig Geld und sollen langfristig das Geschäftsmodell absichern.
Der Kohleausstieg war politisch beschlossen und unternehmerisch eingeplant. Dennoch hinterlässt er in der Bilanz Spuren, solange die erneuerbaren Kapazitäten noch nicht vollständig ausgebaut sind.
Das Land Baden-Württemberg hält indirekt einen erheblichen Anteil an EnBW. Die Halbjahreszahlen sind daher für Aktionäre und für die Energiepolitik des Landes relevant.
Fazit
Trockenheit und Kohleausstieg drücken die Zahlen im ersten Halbjahr 2026. Die wachsenden Erträge aus erneuerbaren Energien zeigen die Richtung des Konzerns. An der Jahresprognose hält EnBW fest. Das zweite Halbjahr wird zeigen, ob das gerechtfertigt ist.
