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Stuttgart könnte bald direkt an das Streckennetz von Emirates angebunden werden. Nach Informationen aus Luftfahrtkreisen verhandeln Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate über sieben zusätzliche Umläufe pro Woche. Emirates könnte damit einen neuen deutschen Flughafen anfliegen. Zur Wahl stehen Berlin und Stuttgart.
Staatsbesuch bringt Bewegung
Der Besuch von Mohamed bin Zayed Al Nahyan, dem Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, in Berlin bringt Bewegung in einen seit Jahren festgefahrenen Streit. Emirates will mehr Flugrechte in Deutschland. Lufthansa sowie die Länder Hessen und Bayern blockieren dies bislang. Sie befürchten Wettbewerbsnachteile für die deutsche Luftfahrt.
Die Bundesregierung sucht nun offenbar einen Ausweg. Medienberichten zufolge könnte Berlin die Entscheidung über den neuen Zielflughafen direkt Emirates überlassen. So würde sich die Bundesregierung einer innenpolitisch heiklen Festlegung entziehen. Emirates würde selbst zwischen Berlin und Stuttgart wählen.
Stuttgart kämpft um Anschluss
Für den Flughafen Stuttgart wäre eine Emirates-Verbindung ein erheblicher Gewinn. Die Lage des Airports ist angespannt. Seit 2019 ist die Zahl der Starts und Landungen um fast ein Drittel zurückgegangen. Hauptgrund ist der Rückgang bei Geschäftsreisenden.
Verkehrsministerin Nicole Razavi hatte die Wirtschaft zuletzt öffentlich in die Pflicht genommen. Unternehmen müssten den Flughafen stärker nutzen, um das Streckennetz zu erhalten. Derzeit verbindet der Flughafen Stuttgart Reisende mit über 100 Zielen weltweit.
Wirtschaftsregion und globale Anbindung
Baden-Württemberg gehört zu den exportstärksten Regionen Deutschlands. Die Industrie ist eng mit Märkten im Nahen Osten und in Asien verflochten. Eine Direktverbindung nach Dubai würde Geschäftsreisenden aus der Region einen direkten Hub zu diesen Märkten verschaffen.
Emirates fliegt von Dubai aus ein weltweites Streckennetz an. Eine Stuttgart-Route würde Passagiere ohne Umweg über Frankfurt oder München daran anschließen. Das wäre ein Standortvorteil für den Wirtschaftsraum Stuttgart und die umliegende Region.
Lufthansa bleibt zentrales Hindernis
Der Widerstand gegen mehr Emirates-Flugrechte kommt vor allem von Lufthansa. Die deutsche Fluggesellschaft sieht in der staatlich subventionierten Konkurrenz aus Dubai eine ernsthafte Bedrohung. Hessen und Bayern unterstützen diese Position, weil die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München auf dem Spiel stehen.
Der neue Vorschlag, Emirates selbst wählen zu lassen, könnte diesen Konflikt entschärfen. Wählt Emirates Stuttgart, wären Frankfurt und München nicht direkt betroffen. Der politische Druck auf Lufthansa und die beiden Länder würde sinken.
Einordnung
Stuttgart hat eine realistische Chance auf Emirates-Direktflüge. Der diplomatische Kontext des Staatsbesuchs und der neue Verhandlungsansatz verschaffen dem Flughafen eine unerwartete Gelegenheit. Für die Wirtschaft in Baden-Württemberg wäre eine solche Verbindung ein konkreter Beitrag zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
