Das Land Baden-Württemberg schreibt 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung aus. Das Umwelt- und Energieministerium hat die zweite Antragsrunde des Förderprogramms ELY gestartet. Unternehmen können ab sofort Förderanträge einreichen.
Was hinter dem Programm ELY steckt
ELY steht für Elektrolyse. Das Programm des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft unterstützt die lokale Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff. Grundlage ist die Wasser-Elektrolyse: Dabei wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der so erzeugte Wasserstoff gilt als klimaneutral, wenn der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Quellen stammt.
Das Gesamtvolumen des Programms beläuft sich auf 100 Millionen Euro. Die erste Runde umfasste ebenfalls 50 Millionen Euro. Im Dezember vergangenen Jahres übergab Energieministerin Thekla Walker die ersten Zuwendungsverträge an acht Projekte. Nun folgt die zweite Tranche.
Fokus auf lokale Wasserstoff-Hubs
Der Ansatz des Programms ist dezentral. Statt auf große zentrale Anlagen zu setzen, fördert das Land regionale Wasserstoff-Hubs. Diese sollen Erzeugung und Verbrauch räumlich eng zusammenführen, was Transportwege und Infrastrukturkosten reduziert.
Wasserstoff-Hubs verbinden lokale Erzeuger mit industriellen Abnehmern, Mobilitätsprojekten oder kommunalen Versorgern. Das Konzept setzt auf kurze Lieferketten und regionale Wertschöpfung. Für den Industriestandort Baden-Württemberg ist das ein relevanter Faktor. Der energieintensive Mittelstand sucht nach verlässlichen und bezahlbaren Alternativen zu fossilen Energieträgern.
Ministerin Walker zur Energiewende
Energieministerin Thekla Walker betont den Beitrag der Wasserstoff-Hubs zur Energiewende im Land. Baden-Württemberg hat keine eigenen Kohle- oder Gasvorkommen. Die Abhängigkeit von Energieimporten ist strukturell hoch. Lokale Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Quellen soll diese Abhängigkeit schrittweise verringern.
Wer Anträge stellen kann
Antragsberechtigt sind Unternehmen, die Projekte zur Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse planen. Die genauen Fördervoraussetzungen und Antragsfristen gibt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft bekannt. Sitz des Ministeriums ist Stuttgart, Kernerplatz 9.
Die erste Runde zeigte: Das Interesse aus der Wirtschaft ist vorhanden. Acht Projekte erhielten bereits Zuwendungsverträge. Wie viele Unternehmen sich für die zweite Runde bewerben, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Wasserstoff als Teil der Energiestrategie des Landes
Baden-Württemberg hat Wasserstoff als einen der zentralen Bausteine seiner Energiestrategie definiert. Das ELY-Programm ist Teil eines breiteren Rahmens. Das Land engagiert sich auch auf Bundesebene und in europäischen Wasserstoff-Initiativen.
Für die Industrie im Südwesten ist grüner Wasserstoff besonders interessant. Branchen wie Maschinenbau, Chemie und Automobilzulieferer prüfen den Einsatz als Prozessenergie oder Kraftstoff. Regionale Verfügbarkeit ist dabei ein wesentlicher Faktor für die Planungssicherheit.
Fazit
Mit der zweiten ELY-Runde investiert Baden-Württemberg weitere 50 Millionen Euro in lokale Wasserstoffinfrastruktur. Insgesamt fließen damit 100 Millionen Euro in den Aufbau regionaler Erzeugungskapazitäten. Ob die Nachfrage das Angebot erneut übersteigt, zeigt das Antragsverhalten der Unternehmen.
