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Die Mannheimer Eichbaum-Brauerei hat ihren Betrieb eingestellt. Am 30. September lief das letzte Bier vom Band. Damit endet eine Braugeschichte von knapp 350 Jahren. 181 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Stellen. Der operative Geschäftsbetrieb läuft spätestens zum 31. Dezember vollständig aus.
Insolvenz besiegelt das Ende der Produktion
Eichbaum hatte zuvor Insolvenz angemeldet. Das Verfahren machte eine Fortführung der Brautätigkeit am Standort Mannheim unmöglich. Die Produktion wurde daraufhin zum 30. September eingestellt. Ein Industriestandort in der Metropolregion Rhein-Neckar fällt damit weg.
Eichbaum gehörte zu den ältesten Brauereien in Baden-Württemberg. Die genaue Gründung liegt fast 350 Jahre zurück. Das Unternehmen war über Jahrzehnte ein fester Bestandteil der Mannheimer Wirtschaft.
Marke bleibt erhalten
Das Ende der Produktion bedeutet nicht das Ende der Marke Eichbaum. Das Markengeschäft wird in einer eigens gegründeten Eichbaum-Vertriebs-GmbH gebündelt. Biere unter dem Namen Eichbaum sollen weiterhin im Handel erhältlich bleiben. Die Produktion übernehmen dann andere Brauereien.
In der deutschen Brauereibranche ist dieses Modell nicht ungewöhnlich. Mehrere traditionsreiche Marken werden heute als reine Handelsmarken ohne eigene Brauanlage geführt.
Schwieriges Umfeld für klassische Brauereien
Der Bierkonsum in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Kleinere und mittelgroße Brauereien geraten dabei besonders unter Druck. Steigende Energie- und Rohstoffkosten verschärfen die wirtschaftliche Lage.
Alkoholfreie Alternativen gewinnen Marktanteile. Craft-Biere und spezialisierte Anbieter bedienen Nischenmärkte. Klassische Regionalbrauereien mit hohen Fixkosten kämpfen mit sinkenden Absatzzahlen.
Mannheim verliert einen industriellen Anker
Die Eichbaum-Brauerei war über Jahrzehnte Arbeitgeber und stadtbildprägendes Unternehmen. Die Frage, was mit dem Brauereigelände geschieht, ist noch offen. Innenstadtnahe Industrieareale sind in Großstädten oft begehrte Entwicklungsflächen.
Für die 181 Beschäftigten stellt sich die Frage nach dem beruflichen Neustart. Der Arbeitsmarkt in der Metropolregion Rhein-Neckar gilt als vergleichsweise aufnahmefähig. Der Verlust eines spezialisierten Brauerei-Arbeitsplatzes bleibt für viele Betroffene dennoch einschneidend.
Fazit
Fast 350 Jahre Braugeschichte finden in der Insolvenz ihr Ende. Die Marke überlebt, der Standort und die Arbeitsplätze nicht. Für Baden-Württembergs Brauereibranche ist das ein weiteres Zeichen des anhaltenden Strukturwandels.
