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Der Maschinenbaukonzern Dürr aus Bietigheim-Bissingen streicht Stellen. Die Tochtergesellschaft BBS Automation soll weltweit rund 500 Arbeitsplätze abbauen. In Deutschland fallen an vier Standorten etwa 200 Jobs weg. Der Grund: Die Nachfrage aus der Automobilindustrie bricht ein.
Vier deutsche Standorte betroffen
Der Stellenabbau trifft Werke in Garching bei München, Hallbergmoos, Sonthofen und Freiberg am Neckar. Allein in Freiberg sollen 50 Arbeitsplätze wegfallen. Die Streichungen sollen im laufenden und im kommenden Jahr umgesetzt werden.
BBS Automation beschäftigt weltweit rund 2.500 Mitarbeiter an 20 Standorten. Das Unternehmen entwickelt und produziert Automatisierungslösungen, darunter Montage- und Prüftechnik sowie Zuführ- und Palettiersysteme. Ein erheblicher Teil des Geschäfts hängt von der Automobilindustrie ab.
Schwache Autonachfrage trifft Zulieferer hart
Dürr nennt als Grund die Konjunkturflaute und sinkende Bestellungen der Automobilhersteller, die das Geschäft von BBS Automation belasten. Die Automobilindustrie investiert derzeit weniger in neue Fertigungsanlagen und Automatisierungstechnik.
Das hat direkte Folgen für Anbieter wie BBS Automation. Das Unternehmen steht schwächeren Auftragseingängen bei hohen Fixkosten gegenüber. Dürr reagiert mit dem Stellenabbau auf diese veränderte Marktlage.
Dürr schreibt bis zu 100 Millionen Euro ab
Dürr schreibt auf die Tochtergesellschaft bis zu 100 Millionen Euro ab. Erst 2023 hatte Dürr den bayerischen Automatisierungsspezialisten übernommen.
Der Zukauf sollte Dürr breiter aufstellen und das Geschäft jenseits des klassischen Fahrzeugbaus stärken. Die Marktentwicklung verlief anders als erwartet. Die Abschreibung zeigt, wie stark die Automobilkrise auch Zulieferer und deren Ausrüster unter Druck setzt.
Freiberg setzt auf Medizintechnik
Am Standort Freiberg am Neckar zeichnet sich trotz des Stellenabbaus eine strategische Neuausrichtung ab. Das Werk soll künftig stärker im Bereich medizinischer Versorgungsmittel tätig sein. Geplant ist unter anderem die Montage von Infusionssets. Damit diversifiziert BBS Automation zumindest an diesem Standort seine Kundenbasis weg von der Automobilindustrie.
Dürr-Konzern bleibt stabil
Trotz der Probleme bei BBS Automation steht der Dürr-Konzern insgesamt vergleichsweise solide da. Die Muttergesellschaft aus Bietigheim-Bissingen hat weitere Geschäftsfelder, die die Schwäche der Tochter abfedern. Der Fall BBS Automation zeigt, wie anfällig Unternehmen sind, die stark von einem einzigen Abnehmersektor abhängen.
Strukturwandel trifft Automatisierungsbranche
Der Stellenabbau bei BBS Automation steht nicht allein. Die Automobilindustrie investiert vorsichtiger, die Auftragspolster schmelzen. Unternehmen, die stark auf diesen Sektor ausgerichtet sind, geraten unter Druck. Freiberg zeigt eine mögliche Antwort: Diversifikation in Märkte wie die Medizintechnik. Ob das ausreicht, um die wegfallenden Aufträge zu kompensieren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
