Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Verdächtige Drohnen über Flughäfen, Kraftwerken und Militärgeländen: Die Bedrohung aus der Luft ist real. Unternehmen aus Baden-Württemberg entwickeln Systeme dagegen. Der Südwesten hat sich zu einem Schwerpunkt der deutschen Drohnenabwehr-Industrie entwickelt.
Hochenergie-Laser aus Ditzingen
Trumpf aus Ditzingen gehört zu den bekanntesten Namen in diesem Segment. Das Maschinenbauunternehmen arbeitet an einem Hochenergie-Laserwaffensystem zur Drohnenabwehr. Laser gelten als aussichtsreiche Technologie, weil sie präzise und schnell reagieren können. Die Kosten pro Abschuss sind im Vergleich zu klassischer Munition gering.
Auch das Projekt „Laser Effect“ steht für diesen Ansatz. Es handelt sich um einen Laser, der gezielt für den Abschuss von Drohnen entwickelt wird. Wie weit die Systeme jeweils erprobt sind, kommunizieren die beteiligten Unternehmen unterschiedlich offen.
KI übernimmt die Erkennung
Bevor ein System abwehren kann, muss es erkennen. Das ist technisch anspruchsvoller als es klingt. Mikrodrohnen haben einen sehr kleinen Radarquerschnitt und werden von herkömmlichen Radarsystemen oft nicht zuverlässig erfasst. Nötig sind hochfrequente Radarsysteme und hochauflösende Kameras.
Künstliche Intelligenz wertet dabei Sensordaten in Echtzeit aus und unterscheidet zwischen harmlosen und potenziell gefährlichen Flugobjekten. Unternehmen im Südwesten arbeiten an solchen KI-gestützten Erkennungslösungen. Erfahrungen aus dem Ukraine-Konflikt fließen dabei direkt in die Entwicklung ein.
Zivile Abwehr ohne Zerstörung
Ein besonderer Ansatz kommt vom Unternehmen Vanea Defence. Das Produkt heißt ATOMZA und gilt als erstes ziviles Drohnenabwehrsystem seiner Art. Es nutzt keinen kinetischen Effekt, also keine Munition oder Kollision, sondern gerichtete photonische Strahlung. Diese macht die optischen Sensoren einer Drohne handlungsunfähig, ohne das Gerät physisch zu zerstören.
Das hat einen rechtlichen Vorteil. Jammer, Laser und Abfangdrohnen dürfen in Deutschland nur von Sicherheitsbehörden eingesetzt werden. ATOMZA wird dagegen als erste Maßnahme eingestuft, die nicht als Intervention gilt. Das öffnet den Markt für Betreiber kritischer Infrastruktur, Flughäfen oder Industrieanlagen.
Störsender und Abfangdrohnen als ergänzende Mittel
Neben Lasern und optischen Effektoren kommen auch klassische Methoden zum Einsatz. Störsender, sogenannte Jammer, unterbrechen die Funkverbindung zwischen Drohne und Pilot. Die Drohne verliert die Steuerung und landet oder kehrt zum Ausgangspunkt zurück. Abfangdrohnen verfolgen und neutralisieren das Ziel in der Luft.
Alle diese Methoden haben ihre Grenzen. Autonome Drohnen ohne Funkverbindung lassen sich nicht jammern. Laserwaffen benötigen klare Sichtverhältnisse. Abfangdrohnen sind abhängig von der Reaktionszeit. In der Praxis werden deshalb mehrere Technologien kombiniert, die sich gegenseitig ergänzen.
Bundeswehr und Industrie rücken näher zusammen
Der Bedarf an Drohnenabwehr wächst, was auch die Unternehmen in Baden-Württemberg spüren. Die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und privater Industrie nimmt zu. Startups bringen Geschwindigkeit in die Entwicklung, etablierte Unternehmen die Produktionskapazität.
Fachleute betonen, dass Deutschland Aufholbedarf hat. Andere Länder sind weiter. Israel setzt seinen Laserdefender Iron Beam bereits operativ ein, auch gegen Drohnen. In Deutschland befinden sich viele Systeme noch in der Entwicklungs- oder Testphase.
Fazit
Baden-Württemberg ist kein unbeschriebenes Blatt in der Verteidigungstechnologie. Trumpf, Vanea Defence und weitere Akteure aus dem Südwesten entwickeln Systeme, die Sicherheitslücken schließen sollen. Die Technologien reichen von Lasern und KI über optische Effektoren bis zu Störsendern. Der Markt für Drohnenabwehr wächst, und der Südwesten will dabei vorne mitspielen.
