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Die Drogeriekette Müller aus Ulm investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in digitale Transformation, Logistik und das stationäre Filialnetz. Der Schritt folgt auf ein Rekordjahr: Im Geschäftsjahr 2023/2024 überstieg der Umsatz erstmals die Fünf-Milliarden-Euro-Marke.
Rekordumsatz trotz gestiegener Kosten
Mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz bedeuten für Müller eine neue Dimension. Das Wachstum setzte sich auch im Folgejahr fort, allerdings stiegen gleichzeitig die Kosten und drückten auf den Gewinn. Das Unternehmen selbst spricht von einem herausfordernden Geschäftsjahr.
Trotzdem investiert Müller offensiv. Geschäftsführer Erwin Müller, der das Unternehmen im Alter von 93 Jahren weiterhin führt, gilt intern als zentrale Instanz. Die Strategie: Wer wächst, muss investieren.
Digitalisierung als zentrales Projekt
Ein Schwerpunkt liegt auf der digitalen Transformation. Der Onlineshop in Deutschland und Österreich umfasst über 120.000 Artikel. Das Bruttoumsatzwachstum im Onlinebereich liegt im dreistelligen Millionenbereich, die Zuwachsraten sind deutlich zweistellig.
Technologisch setzt Müller auf die sogenannte MACH-Architektur. Das Kürzel steht für Microservices, API-First, Cloud-native und Headless. Diese Struktur soll das digitale Geschäft flexibler und skalierbarer machen.
Die Müller-App hat mehr als fünf Millionen aktive Nutzer.
Logistik: Automatisierung in Ulm
Parallel baut Müller seine Logistik am Stammsitz Ulm aus. Das Unternehmen automatisiert seine Prozesse, um mit dem wachsenden Onlinegeschäft Schritt zu halten. Ziel sind schnellere Lieferzeiten und effizientere Abläufe.
Ohne leistungsfähige Infrastruktur ist weiteres Onlinewachstum kaum möglich. Die Investitionen in Ulm sind ein direktes Signal, dass das Unternehmen die digitale Nachfrage bedienen will.
Expansion: Schweiz und neue europäische Märkte
Müller wächst auch geografisch. In der Schweiz investiert das Unternehmen rund 28,3 Millionen Euro. Außerdem expandiert Müller in weitere europäische Märkte.
Das stationäre Filialnetz bleibt dabei ein wichtiger Pfeiler. Müller renoviert bestehende Standorte und eröffnet neue Filialen. Online- und Offlinegeschäft sollen sich dabei ergänzen.
Gesundheitswelt: Neues Konzept mit KI-Beratung
Ein neues Wachstumsfeld ist die sogenannte Gesundheitswelt, ein spezialisiertes Shop-Konzept innerhalb der Filialen. Kunden sollen dort Gesundheitsprodukte kaufen und sich beraten lassen können.
Müller setzt in diesem Bereich auf KI-gestützte Beratung im stationären Handel und verbindet damit digitale Technologie mit dem klassischen Ladengeschäft. Das Konzept soll weiter ausgebaut werden.
Fazit
Müller investiert trotz gestiegenem Kostendruck in Digitalisierung, Logistik, Expansion und neue Filialkonzepte wie die Gesundheitswelt. Mit mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz und einem dreistelligen Millionenbetrag als Investitionsrahmen will sich das Familienunternehmen aus Ulm im europäischen Handel weiter behaupten.
